Sozialplanverhandlungen bei den G+J Wirtschaftsmedien gescheitert

Dienstag, 05. Februar 2013
Keine Eingung am Baumwall zwischen Gruner + Jahr und dem Betriebsrat
Keine Eingung am Baumwall zwischen Gruner + Jahr und dem Betriebsrat


Der Streit geht weiter: Die Verhandlungen über einen Sozialplan für die rund 350 Mitarbeiter der ehemaligen Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien ("FTD" und Co) sind vorerst gescheitert. Dies teilten G+J mit einer internen Veröffentlichung im verlagseigenen Intranet sowie der Betriebsrat der Sparte per Pressemitteilung am Dienstag mit. Die Arbeitgebervertreter hätten sich "nach ersten Einigungen in der Hauptsache unbeweglich gezeigt", schreibt der Betriebsrat. So beharre G+J darauf, den Mitarbeitern lediglich ein halbes Monatsgehalt je Beschäftigungsjahr an Abfindung zu zahlen. Ein weiteres halbes Monatsgehalt solle es nur geben, wenn die Gekündigten auf eine Kündigungsschutzklage verzichteten. Das - also in der Summe ein Monatsgehalt - ist dem Betriebsrat zu wenig. Der Verlag lehne es auch ab, allen Mitarbeitern einen fixen Abfindungs-Sockelbetrag und älteren Mitarbeitern eine höhere Abfindung zu zahlen, und wolle maximal zwölf Jahre Betriebszugehörigkeit für die Berechnung der Abfindung anerkennen. Das aktuelle Angebot reiche nicht an frühere Sozialpläne heran, die G+J geschlossen habe.

Weil der Verlag darüber nicht verhandeln wolle, hat der Betriebsrat nach eigener Angabe nun die Einigungsstelle angerufen. Hierbei handelt es sich um ein gesetzliches Verfahren, in dem ein Arbeitsrichter versucht, zwischen den Parteien zu schlichten. Bei einem Patt entscheidet die Stimme des Richters, das Ergebnis ist für die Beteiligten bindend.

Derweil schreibt die G+J-Geschäftsleitung im Intranet, man bedauere diesen Schritt, "zumal die bisherigen Gespräche nach ihrer Wahrnehmung konstruktiv und beidseitig von großer Offenheit geprägt waren". So sei es gelungen, zu verschiedenen Teilaspekten wie "Impulse", studentische Aushilfen, Transfermaßnahmen oder auch zur Zahlung eines doppelten Monatsgehalts bei erforderlicher Fortsetzung der Arbeit über den 1. Februar hinaus "gute Lösungen" zu vereinbaren. Im Hinblick auf die Abfindungshöhe habe es "auf Basis der bisherigen fairen G+J-Sozialplanabschlüsse" aber keine Einigung geben können.

Da die Einigungsstelle im Ergebnis auch hinter den bisherigen G+J-Dotierungen eines Sozialplans zurückbleiben könne, werde die Geschäftsleitung ihr "Versprechen einer fairen Lösung" individuell einlösen: An diesem Dienstag sollen alle gekündigten Mitarbeiter ein Vertragsangebot auf Basis der bisherigen G+J-Sozialplanabschlüsse bekommen, darin enthalten unter anderem ein Monatsgehalt (nämlich, wie oben beschrieben, 1/2 plus 1/2 bei Verzicht auf Klage) pro Beschäftigungsjahr als Abfindung. rp
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