Sonntagsausgabe des Hamburger Abendblatts im Tabloid-Format

Donnerstag, 26. Oktober 2006
Florian Kranefuß: "Massive Abwehrmaßnahme"
Florian Kranefuß: "Massive Abwehrmaßnahme"

Jetzt ist es offiziell: Das "Hamburger Abendblatt Sonntags" startet am 29. Oktober - eine Woche vor der örtlichen Konkurrenz. Das neue Blatt von Axel Springer erscheint im nordischen Tabloid-Format, umfasst mindestens 48 Seiten und kostet 50 Cent. Das Blatt wird im Einzelhandel und über das Netz von "Welt am Sonntag" und "Bild am Sonntag" vertrieben. Die Druckauflage beträgt 150.000 Exemplare, ein Auflagenziel wollte der Verlag nicht nennen. Die aktuelle Auflage des "Abendblatts" liegt bei 265.000 Exemplaren.

Springer positioniert das "Hamburger Abendblatt Sonntags" als "massive Abwehrmaßnahme" gegen die örtliche Konkurrenz: Durch den angekündigten Start einer siebten Ausgabe der "Hamburger Morgenpost" (Mopo) fühle sich der Verlag Axel Springer "in zwei Kernmärkten angegriffen: im Sonntagsmarkt und im Kernmarkt Hamburg, dem wichtigsten Lokalmarkt von Axel Springer", erklärt Florian Kranefuß, Verlagsgeschäftsführer Regionalzeitungsgruppe Hamburg. Die Sonntags-"Mopo" startet am 5. November und kostet 90 Cent.

Die Inhalte von "Hamburger Abendblatt Sonntags" seien auf die besonderen Lesegewohnheiten am Sonntag abgestimmt, ein eigenständiges Layout wurde entwickelt. Zudem werden die Ressorts "Digital" und "Leben" eingeführt, um neue Leserschichten anzusprechen, betont "Abendblatt"-Chefredakteur Menso Heyl. Es würden keine Mantelseiten von anderen Springer-Zeitungen übernommen, dennoch werde man mitunter Ideen und Inhalte von anderen Titeln nutzen. Bedeutet: Artikel, die beispielsweise in der "Computer Bild" zu finden sind, können auch beim Sonntags-"Abendblatt" erscheinen. Es soll keine eigenständige Redaktion eingerichtet werden: Man könne auf einen großen Pool an Mitarbeitern des Mutterblatts zurückgreifen, so Heyl. Die Einführung wird massiv in Radio, Zeitungen, auf Citylight-Postern und Plakaten in Hamburg beworben (Kreation: Publicis, Hamburg). gen
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