Sky wagt wieder Prognosen: 4 bis 5 Millionen Abonnenten im Blick

Dienstag, 20. Dezember 2011
Sullivan will für 20 bis 30 Jahre Bundesliga-Partner sein
Sullivan will für 20 bis 30 Jahre Bundesliga-Partner sein

Fast zwei Jahre dauerte die Phase, in der der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland überhaupt keine Prognosen zum künftigen Wachstum mehr veröffentlicht hat. Nun wagt sich Sky-CEO Brian Sullivan wieder mit einer Zahl an die Öffentlichkeit: "Ich überlege, wie wir es schaffen können, vier oder fünf Millionen Kunden zu überzeugen. Unser Geschäft hat mehr Potenzial ist drei Millionen Abonnenten", sagte Sullivan, der Sky Deutschland seit April 2010 leitet, der "Süddeutschen Zeitung". Zum 30. September 2011 zählte Sky rund 2,85 Millionen Abonnenten, Tendenz steigend. Seit nunmehr fünf Quartalen kann das Unternehmen steigende Kundenzahlen vorlegen und hat die 3-Millionen-Marke mittlerweile wieder fest im Blick. "Wir sind jetzt das fünfte Quartal hintereinander gewachsen, mit einem Tempo, das uns selbst überrascht hat", so Sullivan.

Das Wachstum ist allerdings verbunden mit vielen neuen Angeboten, die das Unternehmen macht und die teilweise mit erheblichen Investitionen verbunden sind, zum Beispiel der Start des Senders Sky Sport News HD am 1. Dezember. Die Analysten von Credit Suisse haben Sky Deutschland daher einen Finanzbedarf von weiteren 300 Millionen Euro attestiert. Großaktionär Rupert Murdoch hat seit seinem Einstieg Anfang 2008 bereits mehr als eine Milliarde Euro investiert - ohne, dass das seit seiner Gründung defizitäre Unternehmen einmal schwarze Zahlen geschrieben hätte.

"Sollten wir mehr Kapital benötigen, dann, um in unser weiteres Wachstum, unsere Produkte, Programme und unseren Kundenservice zu investieren sowie unsere Flexibilität zu erhöhen", sagt Sullivan beschwichtigend. In der Tat stellt auch Credit Suisse dem Management ein gutes Zeugnis aus. Parameter wie Kundenzufriedenheit, Empfehlungsrate und Kündigungsrate haben sich deutlich verbessert.

Laut Credit Suisse wird der Verlust 2011 bei rund 270 Millionen Euro liegen. Diese Zahl weicht deutlich von dem ab, womit Sullivan derzeit rechnet. "Wir gehen in unserer eigenen Prognose von einem Rückgang des operativen Ebitda-Verlusts auf 145 bis 175 Millionen Euro aus." Das stelle eine erhebliche Verbesserung zu 2010 dar, als das Minus bei 268 Millionen Euro lag.

Von hoher Wichtigkeit für Sky Deutschland sind die Bundesligarechte, für die das Bieterverfahren seit Anfang der Woche läuft. "Wir glauben, dass wir der stärkste Partner für die Bundesliga sind", gibt sich Sullivan selbstbewusst. Er sehe Sky zudem nicht als Partner für die nächsten, zwei bis drei Jahre, "sondern für die nächsten 20, 30 Jahre". pap
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