Sky wächst weiter: 73.000 neue Abonnenten

Donnerstag, 12. Mai 2011
CEO Brian Sullivan kommt bei der Sanierung voran
CEO Brian Sullivan kommt bei der Sanierung voran

Auch ohne Weihnachts- oder Ostergeschäft kann der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland im 1. Quartal weiter wachsen und seine Skeptiker zum Nachdenken bringen. In den ersten drei Monaten holte das Unternehmen netto 73.000 neue Abonnenten und zählt damit 2,726 Millionen zahlende Kunden. Um den Break-Even zu erreichen, benötigt der Konzern nach früheren Berechnungen zwischen 2,8 und 3 Millionen Abonnenten. Da das Unternehmen derzeit stark investiert, dürfte der Umkehrpunkt nun eher am oberen Ende liegen. "Wir werden um die 3 Millionen brauchen, je nachdem wie viel wir investieren", sagte CEO Brian Sullivan vor Journalisten. Bereits im 4. Quartal 2010 konnte Sky ein deutliches Abonnentenwachstum vorweisen und legte im starken Weihnachtsgeschäft um 132.000 zu. Im 3. Quartal waren es 45.000 neue Kunden. "Die positive Entwicklung aller wesentlichen Kennzahlen zeigt ganz klar, dass wir uns stetig und deutlich verbessern. Sowohl Abonnenten- als auch Umsatzwachstum haben sich weiter beschleunigt", sagt Sullivan, der im April vor einem Jahr angetreten ist, um vor allem das operative Geschäft des seit seiner Gründung defizitären Konzerns anzukurbeln.

Dass die hohen Zuwächse vom 4. Quartal 2010 in den ersten drei Monaten nicht anhalten, dürfte an der Saisonalität liegen, die für gewöhnlich im Pay-TV-Geschäft zu beobachten sind. Dort spielt das Weihnachtsgeschäft eine tragende Rolle, wenn die Tage kurz sind und das Wetter kalt. Im Sommer, wenn die TV-Nutzung tendenziell sinkt, fällt es dagegen schwer, Abos zu verkaufen. In Deutschland spielte dieser Zusammenhang in der Vergangenheit jedoch dank Rabattaktionen und aggressiven Abverkäufen kaum eine Rolle.

Die Kündigungsquote ist im 1. Quartal 2011 auf 9,9 Prozent gesunken, der Umsatz von Sky Deutschland auf 269,6 Millionen Euro gestiegen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat sich von minus 64,5 Millionen Euro auf minus 55 Millionen Euro verbessert. Damit schreibt Sky jedoch weiterhin Verlust. Auch der Pro-Kopf-Umsatz der Abonnenten (ARPU) ist weiter gestiegen und liegt nun bei 30,57 Euro nach 28,85 Euro im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum 4. Quartal ist er konstant.

Aber auch die Gesamtkosten sind gestiegen und zwar von 309,4 Millionen auf 337,5 Millionen Euro. Sky investiert in Marketing und Vertrieb sowie in den Ausbau von HD. Ab 1. Juni will das Unternehmen 25 HD-Sender anbieten, weitere sollen im Laufe des Jahres hinzukommen. Derzeit zählt das Unternehmen schon 1,1 Millionen HD-Kunden.

Zudem hat Sky neue Produkte wie Sky Go gelauncht und baut derzeit einen neuen 24-Stunden-Live-Sender namens Sky Sport News HD auf. Dieser soll im Winter starten. Das Geld für die Investitionen bekommt das Unternehmen vor allem vom größten Anteilseigner News Corp. Dessen Eigentümer Rupert Murdoch hat bislang mehr als eine Milliarde Euro in sein deutsches Investment gesteckt, von dem Kritiker sagen, dass es niemals dauerhaft profitabel sein wird. pap
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