Sky und Telekom streiten über Internetverbreitung

Freitag, 10. Juli 2009
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Zwischen Sky und der Deutschen Telekom ist offener Streit ausgebrochen. Sky hat die Verbreitung seiner Inhalte über das IPTV-Angebot T-Home der Telekom aufgekündigt. Die Telekom hat die Kündigung mit einer Einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg gekontert. Über das weitere Vorgehen wird derzeit verhandelt. Wie das "Handelsblatt" berichtet, wertet die Telekom die Kündigung als Retourkutsche dafür, dass das Unternehmen die Berichterstattung über die Bundesliga künftig von Constantin Medien produzieren lässt. Bislang hatte Sky (vormals Premiere) die Bundesliga für die Telekom produziert. Die Telekom bietet seit 2006 die Spiele der Fußball-Bundesliga über ihre IPTV-Plattform T-Home an. Nach Angaben aus Branchenkreisen bezahlt der Bonner Telekommunikationskonzern rund 25 Millionen Euro pro Saison für die Rechte.

Mit der steigenden Anzahl von Fernsehkunden entwickelt sich die Telekom damit immer mehr zu einem ernsthaften Konkurrenten für Sky. Für den Pay-TV-Anbieter sind die exklusiven Fußball-Rechte das wichtigste Zugpferd. Nach dem Verlust der Rechte an den Konkurrenten Arena war Premiere 2005 in eine tiefe Krise gestürzt, die Zahl der Abonnenten sank in der Folge. Entsprechend nervös reagiert Sky nun auf die neue Konkurrenz durch die Telekom, zumal Sky für die Pay-TV-Rechte wesentlich tiefer in die Tasche greifen muss als die Telekom für die Internet-Verbreitung. 

Nach der einstweiligen Verfügung bleibt Sky nur der Weg über eine ordentliche Kündigung. Durch eine Exklusivitätsklausel im Vertrag müsste Sky dann jedoch für zwei Jahre auf das Internet als Verbreitungsweg komplett verzichten und dürfte seine Pakete auch nicht auf einer anderen Internet-Plattform anbieten. "Das dürfte nicht im Interesse von Sky sein", sagte ein Telekom-Manager gegenüber der "Welt". Die Telekom will die Pay-TV-Pakete von Sky auch weiterhin anbieten, betont jedoch zugleich, dass der Wegfall von Sky "keine Katastrophe" wäre.

Wie Sky setzt auch die Telekom auf die Bundesliga als Zugpferd für sein IPTV-Angebot. Trotz intensiver Werbemaßnahmen offenbar jedoch mit bescheidenem Erfolg: Wie das "Handelsblatt" berichtet, haben bislang erst 30.000 von insgesamt 700.000 IPTV-Kunden das Bundesliga-Paket abonniert. Bis Jahresende peilt das Unternehmen eine Million Kunden für T-Home an. dh
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