Sky sperrt Paramount aus: Filmfans reagieren verärgert

Dienstag, 27. Dezember 2011
Sky zieht den Unmut der Film-Fans auf sich
Sky zieht den Unmut der Film-Fans auf sich

Sparprogramm deluxe? Ab dem 1. Januar 2012 werden die Kunden des Bezahlsenders Sky weniger Filme der Produktionsfirma Paramount (unter anderem verantwortlich für "Mission Impossible", "Tim und Struppi" und "Titanic") sehen können. Viele Kunden reagieren empört und kritisieren das große Sportangebot des Senders.

Einen Tag vor Heiligabend überbrachte Skys Film-Programmchef Marcus Ammon per Facebook-Post die unschöne Nachricht: "Keine Pay TV Plattform in Europa hat Filmverträge mit allen Hollywood-Studios, Sky ist in dieser Hinsicht seit langem sehr verwöhnt", schrieb Ammon auf der Fanpage "Dein Sky Film" und bestätigte damit einen Bericht von "TV Spielfilm", wonach der Sender seinen Output-Deal mit Paramount nicht verlängern wolle. Das heißt konkret: Sky wird Blockbuster aus dem Hause Paramount künftig nur noch über Dritte, aber nicht mehr direkt vom Studio kaufen.

Prinzipiell sind Paramount-Filme demanch auf Sky nach wie vor zu sehen. Was die Fans allerdings besonders auf die Palme brachte: Ammon zeigte sich überzeugt, die Paramount-Filme hätten "nur einen bescheidenen Anteil dazu beigetragen, die Qualität von Sky Film nachhaltig zu optimieren."

Sky-Chef Brian Sullivan peilt 4 bis 5 Millionen Kunden an
Sky-Chef Brian Sullivan peilt 4 bis 5 Millionen Kunden an
Die ersten empörten Reaktionen folgten noch am selben Tag: "Ganz großer Fehler Paramount aus dem Programm zunehmen!! Wichtige Bestandskunden werden es sich nun dreimal überlegen, ob sie wirklich noch an Sky festhalten wollen", schreibt etwa User André van Neer. Nach Meinung vieler Abonnenten handelt es sich um mehr als nur um Aufräumarbeiten. Einige User äußerten auf Ammons Post hin die Vermutung, Sky habe sich mit dem massiven Einkauf von Sportrechten sowie dem Aufbau des neuen Sender Sky Sport News HD finanziell übernommen. "Es wäre schön wenn Sky nicht immer auf Kosten der Filmabonnenten Geld einsparen würde....es wird mehr und mehr Geld in Fussball (Bundesliga) gesteckt, auch der sinnlose Sport News Sender ist herausgeworfenes Geld, das wäre in neue Film- oder Serienrechte besser investiert gewesen", wettert Fan Marc Reiser. Bislang bezahlt Sky allein für die Bundesliga-Rechte rund 250 Millionen Euro, der Registrierungsprozess für die neue Bieterrunde um die Rechte an der höchsten deutschen Spieklasse hat soeben begonnen. Einem Szenario zufolge könnte Sky künftig für die Rechte sogar noch mehr Geld auf den Tisch legen als heute.

Hinzu kommt die Sache mit den Kunden: Zum 30. September 2011 zählte Sky rund 2,85 Millionen Abonnenten, Tendenz steigend. Damit das defizitäre Unternehmen jedoch den Break-Even schafft, wären rund 3 Millionen Kunden nötig. Zuletzt hatte Sky-Chef Brian Sullivan verkündet, dass sein Sender sogar für 4 bis 5 Millionen Kunden gut sei.

Doch auch wenn das verbreiterte Sportangebot neue Kunden bringt - verprellte Filmfans kann Sky sich nicht leisten. Allerdings könnte nun ein kleiner Exodus drohen: Laut "FTD" geben die Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Sky-Kunden das Recht, ihr Konto zu kündigen, wenn der Sender die Programminhalte ändert. ire
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