Sky glaubt trotz höherer Kosten an Break-Even bis 2013

Mittwoch, 18. April 2012
Sky muss die exklusiven Bundesligarechte teuer bezahlen
Sky muss die exklusiven Bundesligarechte teuer bezahlen


Sky bleibt bei der Bundesliga am Ball. Der Konkurrenzkampf mit der Deutschen Telekom hat die Kosten für die exklusiven Live-Rechte aber auf ein neues Rekordniveau getrieben: Sky muss künftig 486 Millionen Euro pro Saison an die DFL überweisen. Analysten sind skeptisch, ob Sky die zusätzlichen Kosten verdauen kann. An der Börse sackte der Aktienkurs kräftig ab. Offiziell zeigte sich Sky trotz der deutlich gestiegenen Rechtekosten hoch zufrieden: "Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für unsere Kunden", sagte Sky-Chef Brian Sullivan am Dienstag. Die erweiterten Rechte für die nächsten fünf Jahre würden dem Pay-TV-Anbieter "großartige neue Möglichkeiten für Wachstum und Innovation" eröffnen. Die Ausgabe für die Rechte seien abgedeckt, betonte Sullivan. Man halte weiterhin an dem Ziel fest, ab 2013 schwarze Zahlen zu schreiben.

Die Analysten sind indes skeptisch: "Der Preis ist zu hoch und der Bezahlsender wird Schwierigkeiten bekommen, diese Kosten wieder zu erwirtschaften", sagte Jörg Heineke von TAO Capital gegenüber Spiegel Online. Ähnlich äußerte sich Alexander Henschel, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Goetzpartners: "Angesichts des hohen Preises ist es schwer vorstellbar, dass Sky in nächster Zeit in die schwarzen Zahlen kommt."

Ein Anstieg der Kosten für die exklusiven Liverechte war zwar erwartet worden - Analysten hatten allerdings mit Kosten von 300 bis 350 Millionen Euro pro Saison gerechnet. Mit 486 Millionen Euro pro Saison muss Sky nun fast 200 Millionen Euro pro Saison zusätzlich aufbringen, um die Kosten zu decken. Viele Analysten müssen ihre Prognosen nun entsprechend anpassen: Die Schweizer Großbank UBS geht in einem aktuellen Report etwa davon aus, dass Sky etwa 400.000 zusätzliche Abonnenten braucht, um die Rechtekosten zu decken und den Break-Even zu erreichen.

Einen Teil dieser neuen Kunden könnte Sky nun der Deutschen Telekom abjagen, die bekanntlich leer ausgegangen ist. Das Fußball-Angebot Liga Total der Telekom hat aktuell 160.000 Kunden. Eine Schlüsselrolle kommt nach Meinung vieler Experten aber dem mobilen Angebot Sky Go zu. Bislang durfte Sky die Bundesliga nicht über sein mobiles Angebot verbreiten, da die exklusiven Internet-Rechte bei der Telekom lagen.

Bis Sky von den zusätzlichen Rechten profitieren kann, muss der Hauptanteilseigner von Sky, Rupert Murdochs News Corp, aber wohl noch einmal frisches Geld nachschießen - wieder einmal. Auch die Anleger scheinen ihre Zweifel zu haben, ob Sky die zusätzlichen Kosten stemmen kann: Am Mittwoch sackte die Aktie um rund 9 Prozent auf unter 2 Euro ab. dh
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