Sky geht mit neuen Angeboten auf Kundenfang

Dienstag, 12. Oktober 2010
Der defizitäre Sender will so schnell nicht aufgeben
Der defizitäre Sender will so schnell nicht aufgeben

Aktie auf Rekordtief, stagnierende Abonnentenzahlen - der Pay-TV-Sender Sky steckt in schwierigen Zeiten. Doch der Vorstandsvorsitzende Brian Sullivan lässt sich davon nicht anmerken. Rund 20 verschiedene Projekte hat er in den vergangenen Wochen initiiert, um die Anzahl der 2,5 Millionen Kunden zu vergrößern, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Rund 400.000 neue Abonnenten braucht der Sender angeblich, um profitable Gewinne einzufahren. Um das zu erreichen, probiert Sullivan weiter neue Ideen aus. So sollen Kunden zukünftig einen kostenlosen Zugriff auf eine Online-Mediathek mit Filmen und Serien erhalten, neben den Sport- sollen dann auch die Filmsender auf dem iPad empfangbar sein und diesen Monat sollen die ersten 3D-Formate übertragen werden. Neben Fußballspielen in 3D sollen auf dem Sender auch das Konzert der Fantastischen Vier und dreidimensionale Blockbuster wie Final Destination laufen.

Bestehende Pakete werden immer umfangreicher, der Kunde soll mehr für sein Geld bekommen können. Seit Anfang Oktober enthält das Einsteigerpaket "Sky Welt" beispielsweise die vier zusätzliche HD-Sender Discovery Channel HD, National Geographic HD, History HD und Eurosport HD.

Auch die Entwicklung eigener Formate wird bei Sky groß geschrieben. Kaum hatte das ZDF die Ausstrahlung des "Aktuellen Sportstudios" auf 23 Uhr verschoben, stellte Sky innerhalb von zwei Wochen eine eigene Sportsendung auf die Beine. Direkt im Anschluss an das Bundesliga-Topspiel am Samstagabend bietet "Samstag Live!" zwei Stunden lang analytische Nachberichterstattung mit Unterhaltungselementen.

Auf der Fernsehmesse in Cannes, der Mipcom, waren Sky-Mitarbeiter vergangene Woche auf der Suche nach innovativen Formaten. Der Sender will Formate, mit denen er sich von dem sonstigen Fernsehangebot abgrenzen kann. Für die Übertragung der Formel 1 zahlt Sky geschätzte 27 Millionen jährlich an die FIA, während die Rennen parallel auch im Free-TV zu sehen sind. Ein Budget, das anderweitig vielleicht sinnvoller eingesetzt werden könnte.

Erst vor Kurzem hatte der Sender die mittlerweile siebte Kapitalerhöhung bekommen. Von 270 Millionen Aktien sind nur 169 Millionen verkauft worden, womit das Unternehmen nicht einmal die Hälfte des erwarteten Erlöses von 340 Millionen Euro einnehmen konnte. Für das fehlende Geld will jetzt der Mutterkonzern News Corp aufkommen, dem mittlerweile 49,9 Prozent von Sky gehören. hor
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