Sky-Vostand Enßlin fordert härtere Strafen für Filmpiraterie

Freitag, 19. November 2010
Klare Worte von Holger Enßlin: "schärfere Gesetzte für Filmpiraterie"
Klare Worte von Holger Enßlin: "schärfere Gesetzte für Filmpiraterie"

Filmpiraterie kostet die deutschen Kinos jährlich etwa 350 Millionen Euro. Deshalb sollen Anbieter illegaler Filmportale härter bestraft werden, fordert Sky-Vorstand Holger Enßlin. Es bedarf "schärferer Gesetze und einer Beweislastumkehr", sagte er im Rahmen der Podiumsdiskussion "Piraten im Netz - sind geklaute Filme schöner?" auf den Medientagen Nord 2010 in Hamburg. Portale wie Kino.to, das illegal etwa 300.000 TV-Serien und 66.000 Filme kostenlos anbietet, werden von Internetusern häufig genutzt. Laut Alexa - einem Servicedienst von Amazon, der Seitenzugriffe auswertet - gehört Kino.to zu einer der am meist besuchten Websites. Das würde sich drastisch auf die Besucherzahlen in deutschen Kinos auswirken und verursache einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe, beklagt Cinemaxx-Vorstand Christian Gisy.

Vor ähnlichen Problemen steht auch der Pay-TV Anbieter Sky. Liveübertragungen, für die sich Sky Exklusivrechte gesichert hat, werden oft illegal über das Internet bereit gestellt. Um dies zu unterbinden, kooperiert Sky direkt mit den Zugangsanbietern. Wird eine illegale Übertragung bekannt, sperren diese sofort den Zugang zum entsprechenden Server.

Dies ist auch nach Meinung von Gisy ein erster wichtiger Schritt. Würden die großen Internetanbieter den Zugang zu Seiten wie Kino.to sperren, fielen den Portalen etwa 80 Prozent der User weg. Vor allem die Anbieter müssten härter bestraft werden und weniger die Konsumenten. Diese sollen hingegen besser aufgeklärt werden. "Wir brauchen eine Transparenzkampagne, die deutlich macht, was ein Film kostet und wer davon was bekommt", sagt der Medienphilosoph Mike Sandbothe. Verständnis schaffen und keine Feinde, lautet seine Forderung.

Einen ersten Gegentrend zu der kostenlos Filmkultur setzen 3D-Filme. Seit diese im Kino angeboten werden, könne man wieder eine steigende Besucherzahl erkennen, sagt Gisy. Das führe er auf den Technikvorsprung zurück. Das 3D-Erlebnis sei derzeit nur im Kino möglich und könne schlichtweg nicht kopiert werden. hor
Meist gelesen
stats