Sky Sportbars: Sender baut Positionierung aus

Dienstag, 09. Juli 2013
Immer am Geschehen: Sky bleibt TV-Partner der DFL
Immer am Geschehen: Sky bleibt TV-Partner der DFL

Spätestens seit dem Sommermärchen 2006 erfreut sich das gemeinsame Ansehen von Sportereignissen in Sportbars größter Beliebtheit. Live-Übertragungen als öffentliches TV-Ereignis erleben einen Boom. Sich mit Freunden ein Spiel angucken, mit seiner Mannschaft mitfiebern, Emotionen pur erleben: All das zeichnet Sport in der Gemeinschaft aus. "Das Image vom gemeinschaftlichen Ansehen von Livesport-Events hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Mittlerweile gibt es eine Riesenakzeptanz, Spiele woanders als zuhause zu sehen", sagt Uwe Müller, Vice President Business Solutions bei Sky. Weil solche "Happenings" immer beliebter werden, geht Sky nun in die Offensive. Im halböffentlichen und öffentlichen Raum will der Sender seine Position stärken und den Abo-TV-Markt im Business-to-Business-Bereich ausweiten. Seine Rolle als Ansprechpartner Nummer 1 in der Kategorie Sport versucht Sky auszubauen, um vor allem im ländlichen Raum mehr Wirte und Kneipiers als Sky-Abonnenten zu gewinnen. Neben einer PR-Offensive wird es ein neues Preismodell geben, welches auf die individuellen Wirtschaftsfaktoren des jeweiligen Betriebs eingestellt ist.

Des Weiteren wird die Marktforschung intensiviert. Mit dem Anfang 2013 eingeführten "Out of Home Viewing Panel" untersucht das Forschungsinstitut Ipsos den Wert von Sky für die Gastronomie. Monatlich werden 7000 Teilnehmer zur Out-of-Home-Nutzung von Live-Sportübertragungen in Sky Sportbars befragt. Damit verbunden lässt sich auch der Verzehr pro Gast feststellen. Die bisherigen Ergebnisse sind eindeutig: Basierend auf den 38 Spieltagwochen im Jahr belaufen sich die Einnahmen für die Gastronomie durch Sky demnach auf eine Milliarde Euro. Wöchentlich besuchen eine Million Menschen Sky Sportbars, um sich eine Live-Sportübertragung anzusehen.

Auch die Halbfinalspiele der UEFA Champions League lösten großen Ansturm auf Sky Sportbars aus. Eine Million Besucher sahen das Spiel FC Barcelona gegen FC Bayern, obwohl dieses zeitgleich im öffentlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Madrid gegen Dortmund lockte gar 1,3 Millionen Besucher in die gebrandeten Kneipen. Durch diesen Nutzungsnachweis erhofft sich Sky ein Erfassen derer, die nicht von der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) registriert werden. Die Erkenntnisse sollen sich auch auf den Werbemarkt auswirken, denn sie lassen Rückschlüsse darauf zu, welche Ereignisse sich lohnen, beworben zu werden.

Um die Position des Senders auszubauen und mehr Gaststätten außerhalb von Großstädten zu gewinnen, besteht seit Juli ein neues, individuelles Preissystem für Neukunden. Ab September folgt das für Bestandskunden. Während sich das alte Modell nach der Quadratmeterzahl richtete, werden jetzt neben der Betriebsfläche auch die Aspekte Kaufkraft, Sportaffinität und Bevölkerungsdichte berücksichtigt. Dadurch erhofft sich der Sender, neue Zielgruppen in Gebieten ohne spezielle Sportaffinität zu erschließen.

Sky Sportbars erhalten bei Abschluss eines Vertrages nun einen gratis Zweitreceiver plus Smartcard für die Ausstrahlung parallel stattfindender Sportereignisse. Zudem haben Wirte die Möglichkeit, sich im Web-Bereich von Sky kostenlos Flyer erstellen zu lassen und in der App "Sky Barfinder" Informationen über ihren Betrieb zu veröffentlichen. hor
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