Sky: Ex-Chef Kofler wehrt sich gegen Trickserei-Vorwürfe

Freitag, 26. November 2010
Kofler verweist auf unterschiedliche Rechenmodelle
Kofler verweist auf unterschiedliche Rechenmodelle

Nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Anfang der Woche die Geschäftsberichte des Pay-TV-Anbieters Sky von 2007 und 2008 bemängelt hat, meldet sich nun der ehemalige Vorstandsvorsitzende Georg Kofler zu Wort. "Alle Abschlüsse tragen das uneingeschränkte Testat international renommierter Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Die Vorwürfe möglicher Tricksereien sind völlig haltlos", so Kofler. Die Bafin kritisiert die angegebenen Abonnementzahlen im Konzernabschluss 2007 sowie den Halbjahresfinanzberichten zum 30. Juni 2008 und den Zwischenlagebericht für das 1. Halbjahr 2008. Die Zahl der Abonnenten sei um rund 623.000 im Jahr 2007 beziehungsweise rund 611.00 im Halbjahresbericht 2008 zu hoch ausgewiesen gewesen. Über die Substanz der Abonnementzahlen wird diskutiert, seit Marc Williams das Ruder bei dem hoch defizitären Pay-TV-Anbieter übernommen hat. Er löste im September 2008 Michael Börnicke - vormals Finanzvorstand von Premiere - ab und korrigierte kurz darauf die Abozahlen um rund 1 Million nach unten.

Da Kofler selbst noch bis August 2007 im Amt war, steht auch er und nicht nur sein Nachfolger Börnicke in der Kritik für die Zahlen. Kofler hatte sich gegen die Vorwürfe der Manipulation bei dem Unternehmen, das bis Juli 2009 Premiere hieß, stets gewehrt. Und so argumentiert er auch diesmal, das die unterschiedlichen Abozahlen lediglich verschiedene Berechnungswege und die dahinterstehenden Strategien wiederspiegeln. Während er auf eine große Menge Kunden gesetzt habe, die die Abos zu günstigen Preisen kaufen, verfolge der jetzige Haupteigentümer News Corp eine Premiumstrategie. Williams hatte systematisch Billigabos ausgemistet und durch teurere ersetzt. Der Pro-Kopf-Umsatz (ARPU) ist damit zwar deutlich gestiegen, die Abozahl aber eben gesunken.

Das Produkt aus ARPU und Abozahl, der Umsatz, war und ist in beiden Betrachtungsweisen jedoch gleich, argumentiert Kofler. "Durch die Neuklassifizierung der Abonnentenstruktur in 2008 hat sich weder am Umsatz noch am Ergebnis von Premiere ein Cent geändert."

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) drängt darauf, dass Sky seine ehemaligen Topmanager verklagen soll. Der Aufsichtsrat stehe in der Pflicht, Schadensersatzklagen gegen die Verantwortlichen einzuleiten, zitiert die "FTD" die DSW. pap
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