Sky-Chef Williams: "Planung etwas zu ambitioniert"

Montag, 14. Dezember 2009
Williams räumt Fehler ein
Williams räumt Fehler ein

Der schon auf dem Absprung befindliche Sky-Chef Mark Williams räumt ein, dass das Sanierungsprogramm der vergangenen Monate für den defizitären Sender auch eine Belastung darstellt. "Ich glaube schon, dass unsere Planung etwas zu ambitioniert war", sagt er im Interview mit dem "Tagesspiegel". Die Überarbeitung der Prozesse und die Einführung des neuen IT-Systems binnen sechs Monaten habe sich "als sehr schwierig erwiesen und führte für unsere gesamte Organisation zu einer enormen Belastung", räumt der gebürtige Australier ein. Williams verlässt das Unternehmen zum 31. März 2010 und gibt den Stab an den Amerikaner Brian Sullivan ab, der noch bis Jahresende das operative Geschäft von BSkyB in Großbritannien verantwortet. BSky B gehört ebenso wie neuerdings Sky zum Medienimperium News Corp von Rupert Murdoch. Sullivan tritt schon am 1. Januar in Unterföhring an, bis zum 1. April jedoch nur als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. 

Über Williams Gründe, das Unternehmen zu verlassen, herrscht nach wie vor Unklarheit. "Ausschließlicher Grund für meine Entscheidung, ist mein Wunsch, wieder dauerhaft mit  meiner Familie zusammen zu sein", sagt er in dem Interview. Diese lebt in London, die Familie will jedoch nach Australien zurückgehen. "Ich habe noch keine neue berufliche Rolle angenommen", sagt er.

Der Job beim Bezahlsender Sky, der bis Juli als Premiere firmiert hat, ist kein einfacher. Statt der derzeit rund 2,4 Millionen Abonnenten braucht Sky mindestens 2,8 Millionen, um die schwarzen Zahlen zu erreichen. Der Sanierungsplan sieht vor, dass dieses Ziel bereits Ende nächsten Jahres erreicht sein soll. Bislang läuft die Neugewinnung von Abonnenten trotz der brutto 100 Millionen Euro schweren Kampagne und einer veränderten Paketstruktur, jedoch eher schleppend. pap
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