Sky-Chef Sullivan: "Ich bin nicht naiv"

Montag, 19. April 2010
Sullivan will keine Jobs streichen
Sullivan will keine Jobs streichen

In seinem Antrittsinterview in der "FAZ" gibt sich der seit Monatsbeginn amtierende Sky-Chef Brian Sullivan zuversichtlich, den Sender endlich in die schwarzen Zahlen führen zu können. "Ich glaube an das Wachstumspotenzial des Bezahlfernsehens in Deutschland", sagt der Brite, der zuvor als Managing Director für Rupert Murdoch den Pay-TV-Kanal BSkyB in Großbritannien erfolgreich gemacht hat. "Ich bin nicht naiv, die Herausforderungen sind hier riesengroß", räumt er jedoch in dem Gespräch ein. Seit dem Einstieg von Rupert Murdochs News Corp. bei Sky hat der mittlerweile größte Anteilseigner einiges unternommen, um den Sender zu sanieren, der bis Juli 2009 noch Premiere hieß. Teil des umfangreichen Restrukturierungsprogramms, das Sullivan-Vorgänger Mark Williams entwickelt hat, ist die aktuelle Programmstruktur, die auf ein Basisangebot setzt, das obligatorisch für jedes weitere Paket ist. Zudem gehörte eine  umfangreiche Werbekampagne zu dem Sanierungsplan, die 2009 brutto rund 100 Millionen Euro verschlungen hat. Trotzdem sind die Abonnentenzahlen im Vorjahresvergleich netto lediglich um rund 71.000 auf 2,47 Millionen gestiegen.

Entsprechend musste Williams die Ergebnisziele im Dezember 2009 korrigieren. Schwarze Zahlen soll der Sender auf Monatsbasis nun erstmals im 1. Quartal 2011 schreiben und nicht wie ursprünglich geplant, Ende 2010. Dieses Jahr soll nun erneut ein repsektabler zweistelliger Millionen-Betrag in die Werbung fließen, um Sky endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Außerdem will Sullivan mehr auf Service setzen. "Wir müssen noch mehr den Focus auf den Kunden legen, als bisher", so Sullivan im "FAZ"-Interview.

Ein weiterer Stellenabbau stehe auch angesichts der hohen Verluste in 2009 nicht auf der Agenda. "Das Unternehmen ist schon sehr schlank, ein Stellenabbau ist nicht geplant. Ich will in Wachsum investieren und Sky in Deutschland nach vorne bringen", sagt er. Vergangenes Jahr machte Sky einen Verlust von  676,5 Millionen Euro - bei einem Umsatz von 902,1 Millionen Euro. pap
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