Skandal: Premiere korrigiert Kundenzahl nach unten und warnt vor Verlust

Montag, 06. Oktober 2008
CEO Mark Williams verhandelt mit Banken
CEO Mark Williams verhandelt mit Banken

Paukenschlag bei Premiere. Der Pay-TV-Sender wird im Jahr 2008 tiefrote Zahlen schreiben. Eigenen Angaben zufole rechnet das Unternehmen mit einem EBITDA-Verlust zwischen 40 und 70 Millionen Euro. Finanzvorstand Alexander Teschner hat sein Amt bereits niedergelegt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt der neue CEO Mark Williams, ein Vertrauter des Großaktionärs Rupert Murdoch, die Verantwortung für das Finanzressort. Williams hat bereits Gespräche mit Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen. "Wir überprüfen gründlich sämtliche Bereiche im Unternehmen und sind zuversichtlich, dass dies in eine neue strategische Ausrichtung mündet, die durch einen finanziell belastbaren Businessplan für das weitere Wachstum und die Profitabilität von Premiere unterstützt wird", so Williams.

Dass Premiere auch die Zahl seiner Abonnenten nach unten korrigiert, verwundert angesichts der schlechten Prognose nicht. Eigenen Angaben zufolge hat Premiere derzeit 2,4 Millionen Kunden. Bei fast einer Million der bislang ausgewiesenen Abonnenten hat es sich offenbar um Karteileichen gehandelt. Rund zwei Drittel dieser Schein-Abonnenten, die ihr Abo aber nicht aktiviert haben, sollen über Verträge mit Geschäftspartnern zu Premiere gekommen sein. Aufgeflogen ist die hohe Zahl der Karteileichen laut Premiere nach der Einführung einer neuen Abonennten-Klassifizierung, die derjenigen von anderen Pay-TV-Unternehmen entspricht. mas
Meist gelesen
stats