Sinner Schrader und Afim reagieren mit Kurzarbeit auf Konjunkturflaute

Donnerstag, 13. Juni 2002

Der Hamburger Internetdienstleister Sinner Schrader hat rund 30 Prozent seiner Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt, um Kosten zu sparen. Begründet wird die Maßnahme mit fehlenden Aufträgen für die Auslastung der etwa 200 Mitarbeiter am Altonaer Firmensitz.

Sinner Schrader musste in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2001/2002 einen Umsatzrückgang von 20 Prozent auf 8,7 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Auf Entlassungen will das Unternehmen nach Möglichkeit verzichten. "Jetzt zu kündigen und bei besserer Auftragslage wieder neu einzustellen, macht keinen Sinn", erklärt Firmenchef Oliver Sinner. Man wolle die eingespielten Teams nicht zerstören. Die Kurzarbeit ist zunächst auf drei Monate begrenzt, wird jedoch bei unverändert schlechter Auslastung auf sechs Monate ausgedehnt.

Sinner Schrader ist nicht der einzige Newmedia-Dienstleister, der via Kurzarbeit auf die Konjunkturflaute reagiert und so versucht, Schlimmeres zu vermeiden. So wird beispielsweise auch bei Afim in München seit Wochen kurz-gearbeitet, "weil ein Paar Kunden ihre Projekte auf Eis gelegt haben", so Agentur-Chef Guido Redlich. Die Projekte seien allerdings nicht abgesagt, betont Redlich. Nach Angaben des Arbeitsamtes Frankfurt hat sich Kurzarbeit als Kostensenkungsmaßnahme in Multimedia-Agenturen durchaus als übliche Maßnahme etabliert. Seit Jahresbeginn wird diese Möglichkeit von den Dienstleister verstärkt genutzt.
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