Sicherheitslücke bremst Wachstum von Premiere

Mittwoch, 06. Februar 2008
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Premiere hat das Geschäftsjahr 2007 "im Rahmen der Erwartungen" abgeschlossen. Auf Basis vorläufiger Zahlen sank der Umsatz auf 984,5 Millionen Euro (2006: 1055,4 Mio.), das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg auf 83,4 Millionen Euro (2006: 47,9 Mio.). Damit hat der Pay-TV-Anbieter seine selbst gesteckten Ziele deutlich verfehlt. Anfang 2007 hatte Premiere einen Umsatz von über 1,1 Milliarden Euro und ein Ebitda zwischen 120 und 140 Millionen Euro prognostiziert.

Die Zahl der Abonnenten liegt bei 4,28 Millionen, davon 3,65 Millionen direkte Abonnenten (Endbestand 2006: 3,41 Mio.) und 628.000 indirekte Kunden über Arena und Unitymedia.

Ein Grund für das verlangsamte Wachstum ist offenbar eine steigende Zahl von modifizierten Receivern, mit denen Pay-TV-Programme illegal empfangen werden können. Laut einem Gutachten des TÜV Rheinland, das Premiere in Auftrag gegeben hat, können Hacker eine Sicherheitslücke im Verschlüsselungssystem Nagravision nutzen. Dies habe seit dem Weihnachtsgeschäft auch Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf gehabt. Premiere reagiert mit einer neuen Verschlüsselungstechnologie auf die "Piraterie-Problematik". Ab dem 2. Quartal wird eine neue Smartcard-Generation eingeführt, die die Sicherheitslücke schließen soll.

Die vollständigen Geschäftszahlen für 2007 wird Premiere am 14. Februar veröffentlichen. dh

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