Seven One wagt Prognose: TV-Konsum steigt 2009 um drei bis vier Prozent

Montag, 22. Dezember 2008
Hofft auf steigende TV-Nutzung: Klaus-Peter Schulz
Hofft auf steigende TV-Nutzung: Klaus-Peter Schulz

Selbst einer Rezession kann man noch etwas Gutes abgewinnen. Einer Prognose von Seven One Media zufolge wird sich die gegenwärtige Wirtschaftskrise positiv auf den Medienkonsum der Deutschen auswirken. Vertriebsvorstand Klaus-Peter Schulz glaubt, dass die Verbraucher in Zeiten der Rezession "nach Information und Ablenkung suchen".  "Davon werden die Zeitungen profitieren, aber überproportional vor allem das Fernsehen", so Schulz gegenüber der dpa. Der Manager rechnet mit einem Plus von drei bis vier Prozent bei der TV-Nutzung. Das boomende Internet, so Schulz, stehe auch künftig dem klassischen Medium Fernsehen nicht im Wege. "Die Zahlen des Jahres 2008 zeigen, dass die rasante Zunahme der Internet-Nutzung selbst bei den jungen Zielgruppen nicht zu Lasten des Fernsehens geht", so Schulz. Die Gefahr, dass sich Fernsehen und Internet kannibalisieren, sieht Schulz nicht. 

Um noch detailiertere Informationen über den Fernsehkonsum der Deutschen zu erhalten, wertet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, seit September die zeitversetzte Nutzung von Festplattenrekordern aus. Zudem wird das Gruppen-Nutzungsverhalten von bis zu 16 Gästen, die sich für sportliche Großereignissen sowie Shows wie "Wetten, dass..?" oder "Germany's next Topmodel" in einem Haushalt versammeln, gemessen.

Die Auswertung von 2008 zeigt, dass sich das Nutzungsverhalten kaum geändert hat. Jeder Zuschauer ab drei Jahren saß täglich rund 207 Minuten vor dem Bildschirm. 2007 betrug die durchschnittliche Sehdauer noch 208 Minuten. Die Sehdauer der werberelevanten Zielgruppe zwischen 14- und 49 Jahren stagniert. Sie blieb mit 178 Minuten TV pro Tag auf dem Vorjahresniveau. Die 14- bis 29-Jährigen sahen sogar mit 136 Minuten täglich drei Minuten mehr fern als 2007. nk
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