Seven-One Media stellt neues Rabatt- und Honorierungsmodell vor

Donnerstag, 11. Oktober 2007
Preschen mit neuem Modell vor: Michael Krautwald (li.) und Peter Christmann
Preschen mit neuem Modell vor: Michael Krautwald (li.) und Peter Christmann

Der Ansatz ist für das Mediageschäft eine Revolution: Rabatte kommen in Zukunft ausschließlich werbungtreibenden Unternehmen zugute - und zwar in bar. Naturalspots entfallen. Die Mediaagenturen erhalten keine Rabatte mehr, stattdessen zahlt Seven-One Media ihnen ein Honorar für planungsneutrale Leistungen - zum Beispiel die Onlinebuchung des Schaltvolumens. "So wie bisher konnte es nicht weitergehen", sagt Pro-Sieben-Sat-1-Vorstand Peter Christmann im exklusiven HORIZONT-Interview: "Die Zeit ist reif für eine nachhaltige Reform." Seven-One-Chef Michael Krautwald spricht von einem "Paradigmenwechsel für alle Marktpartner."

Das neue Rabatt- und Honorierungsmodell ist die Reaktion auf ein Verfahren des Bundeskartellamts gegen die beiden großen TV-Vermarkter Seven-One Media und IP Deutschland. Die Wettbewerbshüter haben die Ermittlungen vergangene Woche gegen Zahlung eines hohen Bußgeldes beendet. Der Vorwurf: Durch unerlaubte Rabattpraktiken hätten die Duopolisten in der Vergangenheit kleinere Anbieter aus dem Markt gedrängt.

Laut Seven-One Media sollen alle Marktpartner von dem neuen Modell profitieren. Es gehe um eine "Win-Win-Win-Situation". Dennoch dürfte vor allem der Wegfall der Agenturrabatte für Wirbel sorgen. Immer wieder haben die großen Mediaeinkäufer in der Vergangenheit betont, dass sie sich als eigene Wirtschaftsstufe verstehen. Von den Vermarktern rückvergütete Werbezeiten werden durch Weiterverkauf kapitalisiert.

Pro-Sieben-Sat-1-Vorstand Christmann ist sicher: "Weil Rabatte nicht mehr in Pitches eingesetzt werden können, wird viel Druck von den Agenturen genommen." Sie könnten sich wieder auf Kernkompetenzen wie Planung und Optimierung besinnen. Auch für die Werbekunden sieht Seven-One Vorteile: Da sie in Zukunft nicht mehr mit Freispots hantieren müssten, sondern Bar-Rabatte in wertigere Platzierungen reinvestieren könnten, soll die Effizienz der Werbebuchung steigen. he

Mehr in der neuen Ausgabe von HORIZONT.



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