Seven-One Media gerät unter Druck

Donnerstag, 15. Februar 2001

Nur vier Monate nach der Fusion der TV-Vermarkter MGM und Media 1 zu Seven-One Media hat sich der Markt ein verheerendes Urteil über die Kirch-Tochter gebildet. "Es wird von Arroganz und Inkompetenz, falschen Zahlen und Abstimmungsproblemen geredet", fasst Ferrero-Mediadirektor Herbert Korell die Stimmung zusammen.

Dafür verantwortlich scheint vor allem die unglückliche Verkaufsstruktur, die bei der Zusammenlegung der Firmen entstanden ist: Während die ehemaligen Media-1-Mitarbeiter die Agenturen betreuen, kümmern sich die Ex-MGM-Leute um die Kundenbeziehungen. Wolf Lange, Advertising & Media Manager Union Deutsche Lebensmittelwerke: "Agentur- und Kundenbetreuer arbeiten hier eher gegen als miteinander." Neben dem Strukturchaos sehen viele auch ein Kompetenzproblem. Es entstehe immer öfter der Eindruck, dass man es mit Laien zu tun habe, sagt Universal-McCann-Mann Michael Franz.

Seven-One-Media-Chef Peter Christmann versucht, die Wogen zu glätten. Das Unternehmen sei dabei, alle Prozesse zu optimieren. Unterdessen wirken sich die rückläufigen Werbeeinnahmen von Pro Sieben Sat 1 Media auch an der Börse aus. Der Kurs rutschte von 38 Euro in der vergangenen Woche auf zeitweilig unter 27 Euro. Analysten von UBS Warburg und Credit Suisse First Boston stuften die Aktie von Kaufen auf Halten herab.
Die komplette Analyse in HORIZONT 7/2001.

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