Seven-One-Media-Geschäftsführer Modenbach ist gegen Zielgruppe 20-59

Freitag, 10. Dezember 2010
Modenbach sieht keinen Bedarf für neue Referenzzielgruppe
Modenbach sieht keinen Bedarf für neue Referenzzielgruppe

Seven-One Media hält wenig von der Parallelausweisung der Zielgruppe 20 bis 59 Jahre, mit der RTL-Vermarkter IP Deutschland heute startet. Guido Modenbach, seit Anfang November in der Geschäftsführung der Seven-One für die strategischen Themen Pricing, Revenue-Management und Research verantwortlich, begründet gegenüber HORIZONT.NET die Ablehnung: "Eine Zielgruppendefinition, die erst bei 20 Jahren beginnt, halten wir nicht für sinnvoll. Junge Zielgruppen haben für die Werbewirtschaft eine überragende Bedeutung, da in diesem Lebensabschnitt Markenprägung und Meinungsfindung stattfinden." IP hatte vergangene Woche angekündigt, in den Tagesberichten Marktanteile, Werbeinselreichweiten und Tausend-Kontakt-Preise künftig nicht nur ab 3 Jahre und für 14- bis 49-Jährige auszuweisen, sondern auch für die 20- bis 59-Jährigen. Die Begründung: Aufgrund der demografischen Entwicklung sinkt das Potenzial in der Altersgruppe 14 bis 49 Jahre in den kommenden Jahren spürbar. Weit mehr Kontakte lassen sich in der älteren Zielgruppe generieren.

Modenbach, der zuvor Geschäftsführer des Gruner + Jahr-Vermarkters G+J Media Sales war und sich nun erstmals in seiner neuen Position zu einem Thema äußert, hält dagegen: "Fakt ist doch, dass sie nur einen anderen Ausschnitt betrachten - an der absoluten Zuschauerzahl eines Senders oder eines Formats ändert das gar nichts. Und übrigens auch nichts an der Quote in den jeweiligen Mediaplanungszielgruppen der Kunden", argumentiert Modenbach, der neben dem Vorsitzenden Thomas Wagner (Sales), Malte Hildebrandt (Marketing) und Thomas Port (Online) in der Geschäftsführung des Vermarkters von Pro Sieben Sat 1 sitzt.

Modenbach sieht derzeit im Markt keinen Bedarf für eine Veränderung der Referenzzielgruppe. "Denn faktisch ist die Zielgruppe Erwachsene 14 bis 49 Jahre bisher vor allem eine Vergleichsgröße, um die Senderleistung der deutschen TV-Sender vergleichen zu können". Mit der Praxis der Mediaplanung habe das jedoch nichts zu tun. "Denn da kommt schon heute ein bunter Strauß aus Zielgruppen zum Einsatz, die ganz andere sind, als Erwachsene von 14 bis 49", so Modenbach. pap
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