Senderchefs weisen Spekulationen über Beitragserhöhungen zurück

Montag, 26. September 2011
Monika Piel erwartet keinen Gebührenanstieg
Monika Piel erwartet keinen Gebührenanstieg
Themenseiten zu diesem Artikel:

Monika Piel ARD ZDF NDR Sendeanstalten WDR Gebührenerhöhung


Mehrere Senderchefs haben sich in den vergangenen Tagen zu der Diskussion um die zuerst von der "Zeit" kolportierten Gebührenerhöhungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten geäußert. In einem Interview mit dem WDR-Magazin "Töne, Texte, Bilder" sagte die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel: "Ich bin ganz sicher, dass der Rundfunkbeitrag 2013 und 2014 weiter stabil bleiben wird." Unterstützung erhielt sie von ZDF und NDR. Aus Gesprächen mit der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Sender KEF sei zu hören, dass die Gebühr in diesen Jahren nicht steigen werde. Die Stabilität des Gebührenbeitrages führte Piel auf die Sparanstrengungen der ARD-Sender zurück. Die KEF habe der ARD für die laufende Gebührenperiode Netto-Einsparungen von 1,4 Milliarden Euro attestiert. Für die kommenden vier Jahre könne die ARD zudem Einsparmaßnahmen von noch einmal einer Milliarde Euro nachweisen.

Enttäuscht zeigte sich Piel darüber, dass Details aus dem eigentlich vertraulichen Verfahren der Bedarfsanmeldung "von Dritten veröffentlicht wurden" und so die Spekulationen um eventuelle Beitragssteigerungen angeheizt wurden. "Wahrscheinlich ist es auch nicht zufällig, wenn irgendjemand jetzt diese Vertraulichkeit gebrochen und den gesamten Bericht an die Öffentlichkeit gegeben hat", mutmaßt Piel. Am vergangenen Donnerstag hatte die Wochenzeitung "Die Zeit" über die Höhe der Bedarfsanmeldung von ARD, ZDF und anderen Sendeanstalten bei der KEF berichtet.

Zudem orientiere sich der angemeldete Finanzbedarf an tatsächlichen Aufwendungen der ARD und nicht an einem Automatismus für steigende Gebühren. Die ARD liege mit ihrer Bedarfsanmeldung mit einer jährlichen Steigerung von 1,1 Prozent unter der allgemeinen Preissteigerungsrate. Dies sei wegen steigender Energiekosten und Gehälter nur aufgrund der Sparanstrengungen möglich.

Auch Lutz Marmor spricht sich gegen höhere Beiträge aus
Auch Lutz Marmor spricht sich gegen höhere Beiträge aus
Unterstützung erhielt Piel vom NDR: Volker Müller, Vorsitzender des Rundfunkrates, und Intendant Lutz Marmor äußerten sich am Rande der Rundfunkratssitzung des Senders zuversichtlich, dass die monatlichen Gebühren bis mindestens Ende 2014 die jetzige Höhe von 17,98 nicht übersteigen würden. "Wir haben bereits bei Abgabe unserer Zahlen bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs deutlich gemacht, dass wir eine Beitragserhöhung zum 1.1.2013 vermeiden möchten", so Marmor. Auch beim MDR erwartet man keine höheren Beiträge. Auf der Rundfunkratssitzung des Senders sagte der scheidende Intendant Udo Reiter, alle Signale deuteten darauf hin, dass der monatliche Beitrag auch über 2012 hinaus bei 17,98 Euro bleiben werde. Das sei auch wichtig für die Akzeptanz des neuen Rundfunkbeitrags.

Bereits am Erscheinungstag der "Zeit" hatte das ZDF in Person von Intendant Markus Schächter Stellung zu der Debatte bezogen. "Mit einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 1,3 Prozent liegt die Anmeldung unter der allgemeinen Inflationsrate und bedeutet damit faktisch eine Reduzierung der Substanz", so Schächter. ire
Meist gelesen
stats