Seloger.com wappnet sich gegen die Machtübernahme durch Axel Springer

Mittwoch, 05. Januar 2011
Mathias Döpfner will das Online-Rubrikengeschäft massiv ausbauen
Mathias Döpfner will das Online-Rubrikengeschäft massiv ausbauen

Das französische Online-Immobilienportal Seloger.com will sich gegen eine Übernahme durch den Medienkonzern Axel Springer wehren. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, hat die Internetfirma ihre Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung für den 20. Januar eingeladen. Der Plan: Hier soll eine Stimmrechtsbeschränkung beschlossen werden, damit Springer im Falle einer Übernahme nicht die volle Kontrolle bei Seloger erhält. Selbst wenn der Medienkonzern die Aktienmehrheit besäße, würde er dann nur über 15 Prozent der Stimmen in der Hauptversamlung verfügen. Axel Springer hält derzeit bereits 12,4 Prozent an Seloger. Für die übrigen Anteile hat das Medienhaus allen Aktionären ein Angebot von 34 Euro je Aktie unterbreitet. Damit wird das gesamte Aktienkapital der Gesellschaft mit 566 Millionen Euro bewertet. Für den Deal haben bereits die französische Kartellbehörde und die Börsenaufsicht grünes Licht erteilt. Die Übernahme liegt derzeit jedoch aufgrund eines Gerichtsverfahrens auf Eis, das Seloger angestrengt hat.

Laut "FTD" wolle sich Axel Springer derzeit zu den Abwehrversuchen von Seloger nicht äußern. Nur soviel: "Wir wollen das zunächst juristisch bewerten", erklärt ein Sprecher. Mit der Übernahme würde Springer seine Präsenz im Online-Rubrikengeschäft deutlich ausbauen. Mit der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Immonet.de verfügt der Konzern bereits in Deutschland über ein reichweitenstarkes Portal. "Bereits seit Gründung unseres Unternehmens zählen Rubrikenmärkte zum Kerngeschäft von Axel Springer. In diesem Bereich sehen wir eine immer stärkere Verlagerung von der Print- in die Online-Welt", sagte der Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner 2010 zum Einstieg bei Seloger.com bn
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