"Sehr positive Resonanz": "Bild Hamburg" hält am Tabloid-Format fest

Montag, 17. Dezember 2012
"Bild"-Strategie: Große Liebe in Berlin, kleines Format in Hamburg
"Bild"-Strategie: Große Liebe in Berlin, kleines Format in Hamburg

Schon im August zeichnete sich ab, dass aus der im Mai gestarteten Hamburger Mini-"Bild" mehr werden könnte als eine reine Jubiläumsaktion zum 100. Geburtstag von Verleger Axel Springer. Bereits damals war die Resonanz in der Hansestadt laut Verlagsangaben so vielversprechend, dass Springer die ursprünglich auf 100 Tage befristete Aktion bis Ende 2012 verlängerte. Seit heute ist klar, dass den Hamburgern die "lütte Bild" erhalten bleibt. Wie Springer ankündigt, erscheint "Bild Hamburg" ab 2013 dauerhaft im Tabloid-Format. Die Tabloid-Ausgabe von "Bild Hamburg", die etwa halb so groß ist wie die herkömmliche "Bild"-Zeitung, erscheint wie bisher zusätzlich als Ergänzung zum klassischen nordischen Zeitungsformat und wird bei der IVW auch zusammen mit der großen Schwester ausgewiesen. Wie oft sich die Tabloid-"Bild" genau verkauft hat, ist daher nicht bekannt. Auch wenn "Bild Hamburg" wie andere Tageszeitungen in der Hansestadt im 3. Quartal 2012 bei der verkauften Auflage gegenüber dem Vorjahreszeitraum verloren hat - nämlich um 5,3 Prozent auf 207.000 Exemplare - , begründet Springer das Festhalten an der kleinen "Bild" mit der "sehr positiven Resonanz im Leser- und Anzeigenmarkt".

Axel Springer setzt beim Flaggschiff "Bild" aufs Tabloid-Format
Axel Springer setzt beim Flaggschiff "Bild" aufs Tabloid-Format
Vor allem bei mobilen Menschen kommt das Tabloid-Format offenbar gut an. "Unterwegs im Nahverkehr oder zwischendurch im Tagesgeschäft ist die kompakte Zeitungsausgabe besonders handlich und komfortabel lesbar", erklärt Ralf Hermanns, Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung der Bild-Gruppe, die laut Unternehmensangaben große Nachfrage. Gerade die Lesbarkeit könnte eine wichtige Rolle spielen: Denn anders als bei der seit 2009 erscheinenden Münchner Tabloid-Ausgabe der "Bild", bei der die Inhalte einfach nur 1:1 verkleinert werden, sind Layout und Struktur der Hamburger Ausgabe auf das kleinere Format optimiert.

Für Springer ist die Mini-"Bild", die von Montag bis Samstag zum Preis von 70 Cent erscheint, ohnehin vor allem auch ein strategisches Zukunftsprojekt. So habe eine aktuelle Leserbefragung ergeben, dass "insbesondere jüngere Zielgruppen und Leserinnen von dem kleinen Format begeistert sind", teilt Springer mit. Damit dürfte das Projekt auch der langfristigen Lesergewinnung und -bindung dienen. In weiteren Städten sind gegenwärtig aber keine Tabloid-Ausgaben geplant. mas
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