Search Advertising: Agenturen diskutieren über Googles Reseller-Programm

Freitag, 26. Juni 2009
Das Reseller-Programm von Google löst Furcht bei SEM-Agenturen aus
Das Reseller-Programm von Google löst Furcht bei SEM-Agenturen aus

Kaum hat sich der Unmut über die Streichung der Google-Provisionen einigermaßen gelegt (HORIZONT 21/2009), da braut sich bereits neuer Ärger in Agenturkreisen zusammen. Auslöser ist das Reseller-Programm von Google. Die Reseller verkaufen die Suchmaschinen-Anzeigen, sogenannte Sponsored Links, meist im Paket mit Leistungen wie Website-Erstellung oder Eintragungen in Branchenverzeichnisse. Auf Suchmaschinen-Marketing (SEM) spezialisierte Agenturen befürchten in der Folge einen Imageverlust für die gesamte Zunft. Der Grund: Die Telefonverkäufer verfügen angeblich nicht über das nötige  Know-how, sodass der Kunde womöglich nicht das Optimale aus der Kampagne herausholt und sich am Ende frustriert von der Werbeform Suchmaschinen-Marketing komplett verabschiedet. brö

HORIZONT.NET hat führende SEM-Agenturen nach ihrer Meinung gefragt. Die Antworten lesen Sie auf den folgenden Seiten.


Burkhard Köpper, Geschäftsführender Gesellschafter von Jaron, Frankfurt

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"Es ist zu hinterfragen, ob bei diesem Geschäftsmodell im Kampagnenmanagement die maximale Performance für die Werbungtreibenden herausgeholt wird."

Harald R. Fortmann, Vizepräsident des BVDW, Düsseldorf

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"Aus unternehmerischer Sicht seitens Google ist gegen dieses Vorgehen, um
insbesondere den KMU-Markt weiter zu erobern, nichts einzuwenden. Vor allem werden hier Umsätze generiert, die nicht wirklich auf Dauer optimiert werden und hohe Erlöse versprechen. Ob das im Sinne des Kunden ist, bleibt abzuwarten."

Martin Hubert, Geschäftsführer von Eprofessional, Hamburg

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"Die Google Reseller sprechen vor allem Kleinstbetriebe und damit eine ganz andere Zielgruppe an als wir. Daher sehen wir weder eine Gefahr für unser Geschäft, noch für den Ruf der Branche."

Andreas Hörcher, Geschäftsführer von Finnwaa, Jena

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"Ich sehe es sehr kritisch, dass ein derart beratungsintensiver Service über Call-Center vertrieben wird. Wenn das nicht funktioniert, besteht die große Gefahr, dass verbrannte Erde hinterlassen wird."

Marcus Koch, Vorstand von Orange 8 Interactive, Konstanz

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"Nur eine SEM-Agentur kann Ad-Words-Kampagnen perfekt optimieren."

Tim Ringel, CEO von Metapeople, Duisburg

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"Im Grunde machen sich die Reseller zum Vertrieb von Google. Und Google hat ausreichend gezeigt, wie sehr und wie lange Partner wie Partner behandelt werden. In fünf bis acht Jahren ist Google nicht mehr daran interessiert, mit Multiplikatoren zusammenzuarbeiten. Das gilt auch für den KMU-Bereich. Langfristig wird Google hier das Geschäft direkt bedienen wollen. Zum Start kommen die Reseller aber sehr gelegen."

Markus Schindler, Head of Sales & Marketing, Hurra Communications, Stuttgart

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"Wir haben nicht das geringste Problem mit dem Reseller-Programm und wüssten auch nicht, warum wir dagegen Sturm laufen sollten. Im Gegenteil: Vielleicht wird so das eine oder andere Unternehmen auf das Potenzial von Suchmaschinen-Marketing aufmerksam, das sich ansonsten überhaupt nicht mit dieser Marketingform befasst hat – und vielleicht irgendwann doch den Weg zu einer Agentur findet."

Stefan Swertz, Vorstand von Adisfaction, Meerbusch

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"Google verfolgt seine Interessen. Als die großen Werbetreibenden Google Ad Words weitgehend nutzten, hatten die Agenturen ihren Job als Vermittler erledigt. Da alle mitmachten, waren Provisionen nicht mehr nötig. Nun müssen noch die KMU als Kunden gewonnen werden. Da sind neue Helfer willkommen. Die Marktabdeckung wird der Schlüssel zum Erfolg sein: Wenn sie ausreichend ist, kann das Programm funktionieren."

Isabell Wagner, Managing Director Germany von Big Mouth Media, München

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"Vielleicht ist das Programm auch eine Chance, den Markt zu erweitern und neue Zielgruppen zu erreichen. Schließlich gibt es ein großes Potenzial an Unternehmen, die sich mit dem Thema bisher noch nicht auseinander gesetzt haben."





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