Schwarze Zahlen: Bertelsmann macht im 3. Quartal 87 Millionen Euro Gewinn

Mittwoch, 11. November 2009
Hartmut Ostrowski: "Auf dem richtigen Weg"
Hartmut Ostrowski: "Auf dem richtigen Weg"

Weniger Umsatz, mehr Gewinn - und mehr Schulden. So lautet die Herbstbilanz von Bertelsmann. Dabei zahlt sich das Sparprogramm von Europas größtem  Medienkonzern zumindest beim Ergebnis aus: Die Gütersloher schreiben im 3. Quartal wieder schwarze Zahlen. Der Gewinn lag zwischen Juli und September 2009 bei 87 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag er noch bei 15 Millionen Euro, und in den Vorquartalen gab es Verluste. Der Umsatz sank im 3. Quartal um 4,5 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,8 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 284 Millionen Euro verbessert (Vorjahr: 249 Millionen Euro), das Konzernergebnis stieg auf 87 Millionen Euro (Vorjahr: 15 Millionen). Hartmut Ostrowski, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, erklärte: „Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal verlief erfreulich. Bertelsmann hat konsequent auf die Wirtschaftskrise reagiert. Wir sind auf dem richtigen Weg." Der Konzern bekräftigt, in diesem Jahr mehr als 900 Millionen Euro einsparen zu wollen.

Trotz des guten Quartalsergebnisses bleibt zweifelhaft, ob es Bertelsmann bis Jahresende aus den roten Zahlen schafft. Denn betrachtet man die ersten neun Monate, schreibt das Unternehmen insgesamt immer noch einen Verlust von 246 Millionen Euro. Im 1. Halbjahr belief sich der Verlust auf 333 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Gewinn nach den ersten drei Quartalen noch bei 387 Millionen Euro.

Auch die hohe Verschuldung lastet mehr denn je auf dem Konzern und hindert ihn und seine Tochterunternehmen (unter anderem RTL, Gruner + Jahr, Arvato) an größeren Investitionen: Gegenüber dem 31.12.2008 sind die Nettofinanzschulden zu Ende September 2009 von gut 3,4 auf über 3,6 Milliarden Euro gestiegen. Die wirtschaftlichen Finanzschulden, die unter anderem die Pensionsrückstellungen mit berücksichtigen, sind gar von 6,6 auf fast 7 Milliarden Euro (6,99) gestiegen. Die Investitionen sind 2009 bisher um fast ein Viertel auf 527 Millionen Euro (Vorjahr: 698 Millionen) gesunken. Die Zahl der Mitarbeiter ging im selben Zeitraum auf 102.618 zurück (31.12.2008: 107.154 Mitarbeiter).

Bertelsmann hatte im Frühjahr mit einem milliardenschwerden Sparprogramm auf die Flaute im Werbemarkt reagiert. Von den schwächelnden Werbemärkten besonders betroffen war die Tochter RTL, die gestern aber für das 3. Quartal wieder positive Signale meldete. se
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