Schleichwerbung: ZDF trennt sich von Produzent Oliver Berben

Freitag, 21. Januar 2011
ZDF beendet bis auf weiteres die Kooperation mit Produzent Oliver Berben
ZDF beendet bis auf weiteres die Kooperation mit Produzent Oliver Berben

Das ZDF zieht weitere Konsequenzen aus den Schleichwerbe-Vorwürfen der vergangenen Wochen und hat die Zusammenarbeit mit Produzent Oliver Berben bis auf weiteres auf Eis gelegt. Er hat die Dreharbeiten von "Familiengeheimnisse" und "Meine Familie bringt mich um" betreut. In beiden Produktionen soll Schleichwerbung auftauchen. Der Kooperationsstopp mit Berbens Produktionsfirma Moovie gelte so lange, bis alle Vorwürfe gegen ihn abschließend geklärt sind, teilte das ZDF dem "Spiegel" mit. Rückblick: Das ZDF zeigte am 9. Januar den Sonntagsfilm "Familiengeheimnisse", in dem die Schauspielerin Dennenesch Zoudé für ein fiktives Parfüm warb. Das Logo, eine goldenen Schirmakazie, ähnelt sehr stark dem Emblem ihrer eigenen Kosmetikreihen Iwalewa. Daraufhin wiesen unter anderem "Bild" und "Focus" weitere Schleichwerbung beim ZDF nach, zuletzt in dem Spielfilm "Meine Familie bringt mich um" mit Iris Berben, der Mutter von Produzenten Oliver Berben. Darin war auffällig häufig ein VW Tiguan zu sehen.

Sowohl in "Familiengeheimnisse" als auch in "Meine Familie bringt mich um" habe das ZDF bei der Abnahme nichts von der Schleichwerbung gemerkt. Eine Clearing-Stelle hat die Filme jetzt erneut überprüft. Im Fall "Familiengeheimnisse" ergaben die Untersuchungen: "Das Motiv kam anscheinend unbedacht und ohne kommerziellen Hintergrund zum Einsatz."

In der aktuellen Ausgabe des "Focus" nahm auch Berben selbst Stellung zu seinen Produktionen. So habe es sich bei dem VW Tiguan um ein von VW gestelltes Produktionsfahrzeug gehandelt, das eine Ersparnis von 2100 Euro gebracht hätte. Dass dies erst nachträglich dem ZDF gemeldet wurde sei ein "bedauerliches Missverständnis". Berben wurde vom ZDF angehalten, beide Filme zu überarbeiten und die Produktplatzierungen zu entschärfen. "Meine Familie bringt mich um" soll am 31. Januar gezeigt werden.

Unter Berufung auf Insiderkreise berichtet der "Focus", dass Produzenten Produktionshilfen für ausbaufähig halten, um die Produktionskosten zu senken. Sie stünden unter enormem Druck der Sender, die Ausgaben möglichst gering zu halten. Das Problem dabei so das Nachrichtenmagazin: "Wenn sie das Sponsoring dem Auftraggeber zur Genehmigung vorlegten, kürze dieser nicht selten das Budget". hor
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