Schäferkordt will mit RTL ordentlichen Vorsprung halten

Montag, 02. Juli 2012
RTL-Chefin Anke Schäferkordt
RTL-Chefin Anke Schäferkordt

RTL-Chefin und Bertelsmann-Vorstand Anke Schäferkordt lässt sich von der momentanen Quotenschwäche des Marktführers nicht die Laune verderben. Der Rückgang der Quoten sei erwartbar gewesen, da es sich 2010 und 2011 um Ausnahmejahre gehandelt habe, sagt sie in der "Welt am Sonntag". "Es ist eingetreten, was wir selbst angekündigt hatten: Gerade weil wir zwei Rekordjahre mit weit überdurchschnittlichen Quoten hatten und als großer Sender gegen den Markttrend gewachsen sind, überrascht uns jetzt nicht, dass eine Normalisierung eintritt."

Im Juni kam RTL - auch angesichts der starken Gegenprogrammierung mit der Europameisterschaft auf ARD und ZDF - nur noch auf 13,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Das bedeutet eine weitere deutliche Verschlechterung. Von Januar bis Mai lag RTL im Schnitt noch bei 17,3 Prozent. 2010 und 2011 waren es noch 18,1 beziehungsweise 18,4 Prozent Marktanteil bei den Jüngeren.

Dass RTL auf solche Werte zurückkommt, sieht Schäferkordt derzeit nicht. Um die Marktführerschaft müsse der Sender aber auch nicht fürchten. "Marktführer wollen wir bleiben, und auch einen ordentlichen Vorsprung wollen wir halten", sagt sie.

Langlaufende Formate wie "Deutschland sucht den Superstar" und "Alarm für Cobra 11" sind Hauptursache für die Quotenschwäche. "Die Aufgabe als Programmacher ist ja, die Formate ständig weiterzuentwickeln und die Zuschauer immer wieder zu überraschen. Gelingt das nicht mehr, braucht es radikale Neuerungen oder ein komplett neues Format", sagt sie in dem Interview.

Neuling RTL Nitro läuft dagegen gut - und trägt seinen Teil dazu bei, den Gesamtmarktanteil der Gruppe hoch zu halten. Im Mai kam der erst im April gestartete Kanal bereits auf 0,5 Prozent Marktanteil. "Um das zu erreichen, brauchten andere neue Sender zwei Jahre", so Schäferkordt. Profitabel werde der Neuling jedoch in den ersten Jahren nicht sein. pap
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