Schäferkordt will Tanztheater nach vorne bringen / RTL holt mit Kultur Marktführerschaft in der Nacht

Dienstag, 15. Januar 2013
RTL-Chefin Anke Schäferkordt (Bild: Friedemann Vogel)
RTL-Chefin Anke Schäferkordt (Bild: Friedemann Vogel)

RTL-Chefin Anke Schäferkordt ist die Diskussion um Qualität im Privatfernsehen leid. Die Gleichung „Mehr Programminvestitionen gleich mehr Quote“ gehe so einfach nicht auf. Dass RTL die Programminvestitonen nicht deutlich erhöhe, liege weniger daran, dass der Hauptgesellschafter Bertelsmann die Tochter knapp hält. „Wenn wir nicht in ein Format investieren, dann nicht, weil wir nicht das nötige Geld zur Verfügung hätten, sondern weil wir von der Idee nicht überzeugt sind", so Schäferkordt auf dem Deutschen Medienkongress in Frankfurt. RTL investiert laut Schäferkordt über eine Milliarde Euro jährlich ins Programm. Die Investitionen seien in der Krise 2009 zwar zurückgegangen, danach aber wieder gestiegen. „Wir sind alle auf einer Rennstrecke. Und wenn der Markt wieder anzieht, muss man Gas geben und richtig investieren“, zitierte sie den ehemaligen RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler.

Schäferkordt hält die Debatte um Qualität zudem deshalb häufig für verfehlt, weil auch vermeintlich trashige Formate mit hohem Aufwand und viel Know-how produziert werden. Die aktuell laufende Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ sei eines der teuersten Formate des Senders.

Gestern Abend holte das Dschungelcamp beim jungen Publikum sensationelle 43,1 Prozent Marktanteil und knapp 4,4 Millionen Zuschauer. Im Gesamtpublikum waren es 7,5 Millionen. Davon profitierte auch noch die Dctp-Produktion „10 vor 11“ um 0.30 Uhr mit Alexander Kluge zum Thema „Die Soldaten – Eine Oper in vier Akten“, in der es um die Neuinszenierung der gleichnamige Oper von Bernd Alois Zimmermann auf den Salzburger Festspielen ging. Die Ausstrahlung holte satte 15,7 Prozent bei 14- bis 49-Jährigen – und schaffte es damit zum Marktführer in der Zeitschiene.

Für Schäferkordt sind die Marktanteile „eine sensationelle Nachricht“- weshalb sie zum Abschluss der Diskussion mit Blick auf die öffentlich-rechtlichen Sender auch launig ankündigt „auch das Tanztheater so aufzuarbeiten, dass es in der jungen Zielgruppe zweistellige Marktanteile holt“. pap
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