Schächter: " 'Wetten, dass…?' wird sich verändern"

Freitag, 10. Dezember 2010
Markus Schächter will den Wett-Unfall von verschiedenen Experten überprüfen lassen
Markus Schächter will den Wett-Unfall von verschiedenen Experten überprüfen lassen

Auf der heutigen Fernsehratssitzung hat ZDF-Intendant Markus Schächter ein dreistufiges Prüfungsverfahren beschlossen, das den Unfall bei "Wetten, dass ...?" unter verschiedenen Gesichtspunkten genauer untersuchen soll: aus rechtlicher und sicherheitstechnischer Perspektive sowie durch eine externe unabhängige Expertenkommision. Die Ergebnisse sind dann die Basis für zukünftige Diskussionen über die Auswahl der Wetten und der Wett-Bedingungen. Nachdem vergangenen Samstag ein Wettkandidat von "Wetten, dass ...?" während der Sendung verunglückte, steht das ZDF verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Es wurden Forderungen laut, die Wetten strengeren Auswahlkriterien zu unterziehen. Die Vorwürfe, die Wetten wären angesichts eines Quotendrucks risikoreicher, wies Schächter nochmals zurück: "Die Mischung aus originellen, skurrilen aber eben auch sportiven und herausfordernden Wetten gehört schon lange zum Konzept der Sendung." Außerdem hätte es im Vorfeld keine Anzeichen dafür gegeben, dass der Wettkandidat den Wettanforderungen nicht gewachsen sein könnte.

Schächter räumt jedoch ein: " 'Wetten, dass ...?' wird sich verändern. Wir werden gemeinsam mit der Redaktion die Maßstäbe und Kriterien für die Auswahl der Wetten überprüfen und neu definieren." Die nächste Ausgabe am 12. Februar in Halle an der Saale ist auch weiterhin eingeplant.

Dennoch zieht der "Wetten, dass...?"-Unfall immer weitere Kreise. Inzwischen beschäftigt sich auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft damit. Johannes Mocken. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft teilte der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" mit, dass in den letzten Tagen etwa fünf Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung eingegangen sind. Da die Staatsanwaltschaft jedoch keine Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden sieht, wird es vorerst keine staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geben. hor
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