Schadenersatz für Pin-Group-Pleite: Axel Springer prüft Klage gegen Regierung

Montag, 01. Februar 2010
Der Einstieg bei der Pin Group wurde für Axel Springer zum Desaster
Der Einstieg bei der Pin Group wurde für Axel Springer zum Desaster

Axel Springer hat das Fiasko mit der Pin Group noch nicht überwunden. Der Medienkonzern will die Bundesregierung wegen der unrechtmäßigen Einführung des Mindestlohns in der Postbranche auf Schadenersatz verklagen. Dies bestätigt Unternehmenssprecherin Edda Fels auf Anfrage von HORIZONT.NET. Ende vergangener Woche hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Mindestlohn wegen eines Verfahrensfehlers für unrechts erklärt. "Wir werden mit ganzer Entschiedenheit die Interessen des Unternehmens Axel Springer und seiner Aktionäre wahren und prüfen juristische Schritte", zitiert das Nachrichtenmagazin "Spiegel" Springer-Sprecherin Fels. Die Einführung des Postmindestlohns sei nicht nur rechtswidrig, die Umstände und Hintergründe seiner Einführung seien ein "Skandal erster Güte", lässt der Medienkonzern verlauten.

Zum Hintergrund: Springer hatte 2007 den privaten Zustelldienst Pin Group mehrheitlich übernommen. Nach der Einführung des Mindestlohns für Briefzusteller von 9,80 Euro in Westdeutschland gerieten jedoch viele private Zustellfirmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Auch die Pin Group musste Insolvenz anmelden. Axel Springer verlor damit rund 600 Millionen Euro. bn
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