Sat 1 verlegt Telenovela und geht dem Duell mit RTL aus dem Weg

Mittwoch, 08. Oktober 2008
Neuer Sendeplatz für die Telenovela "Anna und die Liebe"
Neuer Sendeplatz für die Telenovela "Anna und die Liebe"

Sat 1 reagiert auf die mageren Quoten der Telenovela "Anna und die Liebe" mit Jeanette Biedermann. Der Berliner Sender baut sein Vorabendprogramm um und strahlt die Serie ab morgen bereits eine halbe Stunde früher um 18.30 Uhr aus. Auf dem bisherigen Sendeplatz um 19 Uhr ist künftig die Crime-Doku "Lenßen & Partner" zu sehen und um 19.30 Uhr "K11 - Kommissare im Einsatz". "Das Sat-1-Magazin", das bislang um 19.30 Uhr lief, wurde auf 18 Uhr vorverlegt. Von diesem Umbau erhoffen sich die Programmverantwortlichen endlich den Quotendurchbruch für "Anna und die Liebe". "Der neue Sendeplatz bietet der Telenovela bessere Chancen zur langfristigen Etablierung", heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Bisher lieferte sich das am 25. August gestartete Format auf dem werktäglichen Sendeplatz um 19 Uhr ein direktes Duell gegen die derzeit starke RTL-Soap "Alles was zählt".

Während der Kölner Rivale RTL mit seiner Serie in den vergangenen Wochen Marktanteile von bis zu 21,3 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe erreichte, pendelte sich "Anna und die Liebe" etwa bei 8 bis 9 Prozent Marktanteil ein. Das liegt deutlich unter dem Sat-1-Senderschnitt von aktuell 11,1 Prozent. Bereits in der HORIZONT-Ausgabe 40/2008 haben Experten von dem Sender schnelles Handeln gefordert.

Ob es jedoch reicht, allein den Sendeplatz nach vorne zu verlegen, ist fraglich. Denn Mediaplaner bewerten auch die Idee und Umsetzung der Serie schlecht. "Das Format erscheint wie eine billige Kopie der Sat-1-Telenovela Verliebt in Berlin", moniert Maik Wanko, Leiter TV-Einkauf bei Pilot Media in Hamburg. Angefangen bei der Story über die Charaktere bis hin zur Kulisse erinnere alles an den früheren Quotenhit. Zudem kritisiert Felix Behn von GFMO OMD die Besetzung: "Biedermann nimmt man ein so schüchternes Mädchen nicht hundertprozentig ab." Der Charakter der grauen Maus sei überzeichnet. Die Prognose von Kai Detjen, Mediaplus, lautet ernüchternd: "Kein Happy End." bn

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