Sat 1 rutscht in die roten Zahlen

Dienstag, 26. Februar 2002

Wenig Erfreuliches hat die Pro Sieben Sat 1 Media über den Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres zu vermelden. Im schwierigen Werbemarkt sank der Jahresüberschuss des Konzerns um satte 27 Prozent auf 68 Millionen Euro. Das Vorsteuer-Ergebnis fiel von 205 Millionen Euro im Vorjahr auf 106 Millionen Euro. "Auf der Ergebnisseite konnten wir die Umsatzverluste in Höhe von 140 Millionen Euro durch ein straffes Kostenmanagement zu knapp 30 Prozent kompensieren", sagt Vorstandschef Urs Rohner. Dennoch sei man mit dem Geschäftsverlauf insgesamt "nicht zufrieden".

Die raue Werbekonjunktur traf den Geschäftsbereich Fernsehen, der 1,961 Milliarden Euro des gesamten Gruppen-Umsatzes von 2,015 Milliarden Euro ausmacht, besonders hart. Das operative Ergebnis beträgt 137 Millionen Euro nach 282 Millionen Euro im Vorjahr. Sorgenkind der Gruppe bleibt Sat 1, das einen Umsatzrückgang um 125 Millionen Euro auf 831 Millionen Euro verbuchen muss. Das Ergebnis vor Steuern liegt bei minus 77 Millionen Euro. Im Vorjahr war der Sender noch mit 34 Millionen Euro im Plus.

Der Verlust eines "Top-Kunden mit einem Brutto-Werbeetat in Höhe von 100 Millionen Euro", der vom Konzern seit einiger Zeit als Grund für den Einbruch bei Sat 1 bemüht wird, reicht nach Branchenschätzung allerdings kaum aus, um den Rückgang zu erklären. Pro Sieben steigerte sein Ergebnis vor Steuern dagegen um 5 Millionen Euro auf 262 Millionen Euro. Das Kabel-1-Ergebnis liegt bei 34 Millionen Euro (Vorjahr: 51 Millionen Euro).
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