Saban setzt Shoppingtour in Deutschland fort

Montag, 29. März 2004

Angeblich hat sich Pro-Sieben-Sat-1-Eigner Haim Saban bereits einige Aktien am Medienrechtehändler EM-TV gesichert. Ziel des Amerikaners ist nach Medienberichten die Übernahme des Deutschen Sportfernsehens (DSF). Auch in Sachen Pay-TV ist der Durst des US-Milliardärs noch nicht gestillt. So bestätigte Saban gegenüber „Focus“, dass er weiterhin Interesse an einer Beteiligung bei Premiere habe, sofern der Preis stimme: „Eine Verbindung von Free- und Pay-TV macht strategisch Sinn.“

Zudem ist der Aufbau digitaler Kanäle rund um Pro Sieben und Sat 1 geplant. Der scheidende Pro-Sieben-Vorstand Urs Rohner, hatte sich daher bemüht, Premiere-Chef Georg Kofler die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga wegzuschnappen. Erfolglos, Premiere zeigt die Spiele live bis 2006. Jetzt soll der neue Chef Guillaume de Posch auf Sender für Merchandising und Teleshopping setzen.

Haupteigner Saban kämpft derweil weiter für eine komplette Neuausrichtung des dualen Rundfunksystems in Deutschland. Bei einem Treffen mit dem ARD-Vorsitzenden Jobst Plog, dem ZDF-Intendanten Markus Schächter sowie RTL-Chef Gerhard Zeiler soll er den Öffentlich-Rechtlichen versprochen haben, sich für eine Gebührenerhöhung einzusetzen, wenn diese im Gegenzug die Werbung abschafften. Dabei stört es den US-Milliardär offenbar wenig, dass diese Entscheidung allein auf politischer Ebene getroffen werden kann. he
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