Saban klopft bei Finanzinvestoren an

Dienstag, 29. April 2003

Der Medienunternehmer Haim Saban sucht für die Finanzierung der Übernahme von Pro Sieben Sat 1 Media und der Kirch-Filmbibliothek den finanziellen Schulterschluss mit US-Finanzinvestoren. Saban hatte vor einem Monat mit den Kirch-Insolvenzverwaltern die Kaufverträge für den TV-Konzern und die Filmbibliothek unterschrieben. Auch der französische TV-Konzern TV 1 ist an dem Übernahmekonsortium beteiligt - sein Anteil liegt bei rund 10 Prozent.

Bei seinen Verhandlungen ist Saban offenbar mit großen amerikanischen institutionellen Investoren im Gespräch, die mit bis zu 500 Millionen Euro einsteigen sollen, darunter Blackstone und Thomas H. Lee - die operative Führung will Saban aber auf jeden Fall behalten. Das Konsortium soll am Ende inklusive Saban und TF 1 drei bis fünf Mitglieder umfassen.

Die Mediaset-Gruppe des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconie ist dagegen wohl nicht mehr im Spiel. Der gesamte Wert der Übernahme-Transaktion liegt bei geschätzten 2 Milliarden Euro. Davon müssen die Investoren um den amerikanischen Medienunternehmer etwa 1 Milliarde Euro aufbringen, wobei die geplante Kapitalerhöhung bei Pro Sieben Sat 1 bereits eingerechnet sei. Der Rest setzt sich aus der Schulden-Übernahme zusammen.

Bei der Besetzung des Aufsichtsrats hat Saban bereits für Diskuissionen gesorgt: Nach bislang unbestätigten Medlungen möchte der künftige Aufsichtsratvorsitzende Saban gerne ZDF-Moderator Thomas Gottschalk und Ex-ZDF-Intendant Dieter Stolte in das Gremium holen. Dies hat in den Führungsetagen des ZDF für Irritationen gesorgt. nr
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