SZ erwirkt einstweilige Verfügung gegen Die Welt

Donnerstag, 01. März 2001

Wenig erfreut dürfte man beim Axel-Springer-Verlag über Post vom Münchner Landgericht sein, die den Berlinern heute zugestellt werden soll. Denn das Gericht hat auf Antrag der "Süddeutschen Zeitung" eine einstweilige Verfügung erlassen, in der dem Verlag untersagt wird, die Werbekampagne für den Bayern-Teil der "Welt" in der bisherigen Form fortzusetzen.

Die Anordnung richtet sich gegen Plakate mit dem Schriftzug "Die moderne süddeutsche Zeitung ist die Welt", die der Springer-Verlag zum Start der täglichen Bayern-Berichterstattung in der "Welt" am 19. Februar geklebt hat. Nach Auffassung des Süddeutschen Verlags verstoßen die Plakate gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

"Hier geht es nicht um einen sachlichen Vergleich", erklärt Verlagssprecher Sönke Graumann, weil die Kategorie "modern" nicht zu bewerten sei. Der Springer-Verlag ist laut "Welt"-Sprecherin Charlotte Rybak "überrascht von der Humorlosigkeit bei der ,SZ und prüft derzeit sein weiteres Vorgehen.

Unterdessen kündigt die "SZ" eine neue Imagekampagne an. Der bundesweite Auftritt aus der Feder der Hamburger Agentur FCB Wilkens startet am 5. März. Er steht unter dem Claim "So schreiben wir" und löst den bisherigen Slogan "Wer sie liest, sieht mehr" ab, für den die Agentur Heye & Partner verantwortlich zeichnete. Neben Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften sind Hörfunk- und Kinospots sowie City-Lights geplant. Das Schaltvolumen liegt bei rund 10 Millionen Mark.
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