SZ-Redaktion geht gegen Einsparungen auf die Barrikaden

Montag, 17. März 2003

Die Schließung des NRW-Regionalteils der "Süddeutschen Zeitung" hat in der Redaktion eine Welle des Protests ausgelöst. Erstmals seit 1946 erschien deshalb in der Samstags-Ausgabe das "Streiflicht" auf Seite 1 nicht. Stattdessen eine kurze Erläuterung mit Verweis auf die Medienseite der Zeitung, auf der die "SZ"-Redaktionsversammlung eine Resolution veröffentlichte.

Man sei empört über die Schließung der NRW-Redaktion und fordere den Verlag auf, diese Entscheidung rückgängig zu machen, heißt es dort: "Die Schließung bestärkt uns in der Sorge um die Qualität der ,SZ. Es wachse die Befürchtung, die "Südddeutsche Zeitung" müsse sich gezwungenermaßen Schritt für Schritt von ihrem Anspruch als überregionale Qualitätszeitung verabschieden, weil auf dem Weg zur wirtschaftlichen Gesundung sehr kurzfristige Sparmaßnahmen zählten.

Die Zeitung hat im vergangenen Jahr 37 Millionen Euro minus gemacht. Bis Ende 2004 sollen 900 der ehemals 5000 Arbeitsplätze im Konzern eingespart werden. Ende des Jahres soll die Zeitung wieder schwarze Zahlen schreiben. Um dieses Ziel zu erreichen, könnten schon bald weitere Einschnitte anstehen. So sieht ein von Roland Berger erarbeitetes Sanierungskonzept beim "SZ-Magazin" rund 3,7 Millionen Euro Sparpotenzial, die Einstellung der Wochenendbeilage könnte weitere 1,8 Millionen Euro bringen.

SV-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz kündigt in der "SZ" an, gemeinsam mit der Redaktion und dem Lenkungsausschuss der Gesellschafter, zu denen seit kurzem auch die Südwestdeutsche Medienholding gehört, ein Konzept für weitere Sanierungsmaßnahmen zu erarbeiten. Hauptfrage sei, wie man aus der Abhängigkeit der Stellenanzeigen komme. Auch andere überregionale Zeitungen müssten über ihr Geschäftsmodell reden: Lutz: "Sparen allein reicht nicht - sonst könnte leicht die Qualität in Gefahr kommen." he
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