"SZ": Klusmann hat "FTD"-Belegschaft "auf das Schlimmste" vorbereitet

Dienstag, 20. November 2012
"FTD"-Chefredakteur Steffen Klusmann
"FTD"-Chefredakteur Steffen Klusmann


Mittlerweile vergeht kaum ein Tag mehr, an dem nicht über die Schließung der "Financial Times Deutschland" spekuliert wird. Nun will die "Süddeutsche Zeitung" erfahren haben, dass Chefredakteur Steffen Klusmann seine Belegschaft in der gestrigen Morgenkonferenz bereits "auf das Schlimmste" vorbereitet hat.
Die "SZ" beruft sich dabei auf Teilnehmer der "selten so voll besetzten Konferenz". Doch damit nicht genug der entmutigenden Signale: Angeblich war die Rede von drohenden Kündigungen, zudem sei auf der Versammlung auch besprochen worden, wie eine Abschiedsausgabe der "FTD" aussehen könnte. Die Stimmung habe sich zuletzt zwischen Depression und Kampfbereitschaft bewegt. Die Maßgabe an die Belegschaft laute aber, in den kommenden Wochen normal weiterzuarbeiten.

So lautet auch die Ansage an die Leser der "FTD". Im Editorial der Ausgabe vom 20. November bezieht Klusmann zu den Schließungsgerüchten Stellung: "Richtig ist: Unser Verlag Gruner + Jahr prüft angesichts der Verluste, die diese Zeitung schreibt, verschiedene Optionen." Mit einer Entscheidung sei in den kommenden Tagen zu rechnen. Unterdessen gehe der Redaktionsbetrieb aber weiter: "Sie und auch die vielen Leser, die uns per Mail, Twitter und auf Facebook schreiben, können darauf vertrauen, dass wir Ihnen trotz der turbulenten Zeiten Qualitätsjournalismus vom Feinsten liefern. So wie Sie es von uns gewohnt sind."

Gruner + Jahr möchte sich nach wie vor nicht zu den Schließungsgerüchten äußern. Erst am Wochenende verbreitete das Verlagshaus via dpa, dass noch keine Entscheidung zur "FTD" und den restlichen Wirtschaftsmedien ("Capital", "Impulse" und "Börse Online") getroffen worden sei. Wann mit einer solchen  zu rechnen ist, steht in den Sternen: Zuletzt war erwartet worden, dass der Aufsichtsrat von G+J auf seiner turnusmäßigen Sitzung am morgigen Mittwoch (21. November) eine Entscheidung über die Zukunft der Wirtschaftsmedien treffen wolle. Doch auch eine Verschiebung der Entscheidung über die Aufsichtsratssitzung hinaus scheint im Bereich des Möglichen. ire
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