SWR und BR planen für 2013 mit Fehlbeträgen

Dienstag, 11. Dezember 2012
Der SWR rechnet mit deutlichem Fehlbetrag
Der SWR rechnet mit deutlichem Fehlbetrag

Die ARD-Sender befinden sich weiterhin in finanzieller Schieflage: Nun gaben der Bayerische Rundfunk (BR) und der Südwestrundfunk (SWR) bekannt, dass sie im kommenden Jahr rote Zahlen schreiben werden. Der Millionen-Fehlbetrag sei nicht das Ergebnis schlechten Wirtschaftens, sondern vor allem den ausbleibenden Beitragserhöhungen geschuldet, zitiert das "Handelsblatt" SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner. Vor kurzem erst hatte die scheidende ARD-Vorsitzende Monika Piel eine Erhöhung der Rundfunkgebühren ab 2015 gefordert.
BR
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Der SWR rechnet für 2013 mit einem Fehlbetrag von knapp 41 Millionen Euro, die Ausgaben setzte der Sender auf 1,18 Millarden Euro an. Zuvor hatte bereits der BR rote Zahlen angekündigt, die Münchner kalkulieren für 2013 mit Fehlbeträgen von über 35 Millionen Euro. Schon in diesem Jahr hatte der BR ein Minus von 37 Millionen Euro zu verzeichnen. Nach Angaben des Senders muss der Fehlbetrag über einen Abbau an Eigenmitteln gedeckt werden.

WDR-Intendantin Monika Piel
WDR-Intendantin Monika Piel
SWR und BR stehen mit ihren finanziellen Schwierigkeiten nicht alleine da. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) erwartet für das kommende Jahr einen Fehlbetrag von 47 Millionen Euro, der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) rechnet mit einem Minus von 13 Millionen Euro. Dadurch wird die Debatte über eine Erhöhung der Rundfunkgebühren wieder neu befeuert. Die ARD-Vorsitzende Monika Piel, die auch WDR-Intendantin ist, geht davon aus, dass ihrem Sender bei gleichbleibenden Einnahmen ein ausgeglichener Haushalt zukünftig nicht mehr gelingen wird. Auch das ZDF muss den Gürtel enger schnallen und Stellen einsparen. Für das kommende Jahr wird mit einem Fehlbetrag von 9,3 Millionen Euro kalkuliert. "Eine Ursache dieser Entwicklung ist die Einführung des neuen Rundfunkbeitrags ohne Anpassung der Höhe", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. Derzeit zahlen die Deutschen Gebühren von insgesamt 7,5 Milliarden Euro. Ab 2013 wird die bisherige Geräteabgabe durch eine Haushaltspauschale ersetzt. Jeder Haushalt in Deutschland muss somit grundsätzlich Gebühren zahlen, unabhängig davon, ob er die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender überhaupt nutzt. hor
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