SWMH plant radikale Kürzungen bei der "SZ"

Montag, 12. Oktober 2009
Der Süddeutsche Verlag schreibt in diesem Jahr womöglich Verluste
Der Süddeutsche Verlag schreibt in diesem Jahr womöglich Verluste

Dem Verlag und der Redaktion der "Süddeutschen Zeitung" stehen offenbar erneut herbe Einschnitte bevor. Michael Reeh, seit 1. Oktober neuer Finanzchef des Hauptgesellschafters Südwestdeutsche Medien Holding, plant Gerüchten zufolge eine harte Sparrunde. Sogar von Entlassungen wird hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Ein Mitarbeiter bestätigt gegenüber HORIZONT.NET: "Ich gehe von betriebsbedingten Kündigungen aus. Welche Unternehmensbereiche wie stark betroffen sein werden, darüber herrscht bislang Unklarheit." Möglicherweise wird bereits am morgigen Dienstag eine Entscheidung gefällt. Dann tagt nämlich der Herausgeberrat. Am Wochenende sollen weitere Details bei einer Klausur der Führungskräfte am Starnberger See beschlossen werden.

Der Grund für diese Kürzungen sind Medienberichten zufolge die Verluste, die die Qualitätszeitung in diesem Jahr erstmals in ihrer Geschichte schreiben könnte. Grobe Schätzungen gehen schlimmstenfalls von rund 10 Millionen Euro aus. Eine Ursache sind die Rückgänge der Anzeigenerlöse in der Wirtschaftskrise. Zudem bereite die Rückzahlung von Krediten Probleme, die vor knapp zwei Jahren aufgenommen wurden, um die Aufstockung der Anteile am Süddeutschen Verlag auf 81,25 Prozent zu finanzieren.

An betriebsbedingten Kündigungen kommt die Führungsriege bei einer neuen Sparrunde wohl nicht vorbei, denn es gibt nur noch wenig Raum für Abfindungsangebote. Bei der ersten Kürzungswelle im Frühjahr dieses Jahres sollen 70 Mitarbeiter freiwillig gegangen sein. Ob sich noch weitere zu diesem Schritt bereit erklären, ist fraglich. bn
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