SWMH gerät ins Visier der Justiz / Vorwurf: Steuerhinterziehung

Dienstag, 03. November 2009
Richard Rebmann
Richard Rebmann

Die Südwestdeutsche Medien-Holding (SWMH), zu der auch die "Süddeutsche Zeitung" mehrheitlich gehört, sorgt erneut für Negativschlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart soll gegen Mitarbeiter im Stuttgarter Pressehaus ermitteln. Es besteht der Verdacht, dass "in großem Stil Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen worden sind", berichtet der Südwestrundfunk (SWR). Aufmerksam sei die Justiz durch eine Selbstanzeige eines ehemaligen Abteilungsleiters geworden. Demnach sollen die Mitarbeiter in der Druckerei der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" mehrere Jahre Lohn erhalten haben, für den keine Steuer und Sozialabgaben gezahlt wurde. Um die Mehrkosten zahlreicher Überstunden zu verringern, sei rund eintausend Angestellten im Bereich Technik weitgehend steuer- und abgabefreie Wochenenddienste aufgeschrieben worden, die sie jedoch gar nicht geleistet haben.

Richard Rebmann, Geschäftsführer des Stuttgarter Pressehauses, will laut SWR mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und ihr alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellen. Zudem habe er den verantwortlichen Abteilungsleiter der Druckerei sofort entlassen.

Rebmann kann eine zusätzliche finanzielle Belastung derzeit nicht gebrauchen. Erst vergangene Woche hat das Unternehmen bekannt gegeben, aufgrund herber Umsatzeinbußen betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen. bn
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