SV-Miteigner Friedmann zieht sich aus Herausgeberrat zurück

Donnerstag, 15. November 2007

Johannes Friedmann, Gesellschafter des Süddeutschen Verlags (SV) und Vorsitzender des Herausgeberrates der "Süddeutschen Zeitung", zieht sich aus dem Gremium zurück. Der Verleger begründete seine Entscheidung damit, dass es wenig Sinn mache, ein Gremium zu führen, in dem er über den aktuellen Verkaufsprozess des SV nicht informiert werde, wie die "Süddeutsche" berichtet. Mit seinem Rückzug ist Friedmann womöglich seiner Abwahl aus dem Herausgeberrat zuvorgekommen. Medienberichten zufolge wollten ihn die übrigen Gesellschafter auf einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung zum Rücktritt zwingen.

Friedmann und die übrigen Gesellschafter sind wegen des geplanten Verkaufs des Süddeutschen Verlags zerstritten. Friedmann, der 18,75 Prozent am SV hält, will seine Anteile im Gegensatz zu den anderen Altgesellschaftern nicht verkaufen. Erst kürzlich hatte er öffentlich sein Veto angekündigt, sollte der Verlag an einen Finanzinvestor verkauft werden. Zudem hat die Abwerbung eines leitenden Redakteurs der "SZ" durch Friedmann offenbar für Verstimmung gesorgt. Arno Makowsky, Leiter der Panorama-Seiten der "SZ", soll Chefredakteur des Münchner Boulevardblattes "Abendzeitung" werden, die ebenfalls Friedmann gehört. dh

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