SPD-Medienholding DDVG sieht im Anzeigengeschäft die Talsohle erreicht

Dienstag, 05. Dezember 2006

Die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) erwartet bei ihrer 40-Prozent-Beteiligung "Frankfurter Rundschau" ("FR") in diesem Jahr noch keine "schwarze Null" im operativen Geschäft. Grund seien "hohe Restrukturierungskosten besonders im Druckereibetrieb", sagte DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen bei der Vorstellung der Bilanz in Hamburg. Im vergangenen Jahr hatte Berendsen sogar schon für 2005 ein ausgeglichenes "FR"- Betriebsergebnis für möglich gehalten. Zwischenzeitlich hat "FR"-Geschäftsführer Karlheinz Kroke allerdings die Erwartungen gedämpft: Das Ergebnis werde erst "2008 mit ziemlicher Sicherheit positiv sein" - damit hat er aber offenbar den Gesamtgewinn gemeint.

Für die DDVG, die zwischen April 2004 und Mitte dieses Jahres 90 Prozent des angeschlagenen Traditionstitels gehalten und damit den Einstieg ausländischer Finanzinvestoren verhindert hat, würden die "FR"-Transaktionen langfristig einen Vermögenszuwachs bedeuten, sagte Berendsen mit Blick auf die "zukünftig zu erwartenden Erlöse". Mehrheitseigner der "FR" ist mittlerweile das Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg.

Im rückläufigen Anzeigengeschäft der über ein Dutzend regionalen Zeitungsverlage, an denen die DDVG Minderheitsbeteiligungen hält, sei "die Talsohle erreicht", sagte Berendsen. Verbesserungen der Gesamtergebnisse seien allerdings nur noch durch Kostensenkungen möglich, dämpfte er Hoffnungen auf ein späteres Anziehen der Werbeerlöse. In diesem Jahr erwartet die Partei-Medienholding ein "Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres", so Berendsen. 2005 lag das DDVG-Beteiligungsergebnis bei 25,7 Millionen Euro (2004: 28,9 Millionen Euro), das Betriebsergebnis bei 18,8 Millionen Euro (22,9) und der Jahresüberschuss bei 12,1 Millionen Euro (11,5). In diesem Jahr wird die DDVG (für 2005) 6,6 Millionen Euro an die SPD überweisen, im vergangenen Jahr waren es (für 2004) 6 Millionen Euro.rp

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