SES Astra plant Gebühr für HDTV

Montag, 03. August 2009
Der TV-Standard HDTV wird nicht zum Nulltarif zu haben sein
Der TV-Standard HDTV wird nicht zum Nulltarif zu haben sein

Der hochauflösende Fernsehstandard HDTV nimmt Fahrt auf. Doch für die Verbraucher wird das neue TV-Erlebnis nicht zum Nulltarif zu haben sein. Der Satellitenbetreiber SES Astra plant für seine neue Plattform HD+ eine monatliche Gebühr.   "Wir planen eine sehr niedrige monatliche oder jährliche Gebühr, die den technischen Aufwand deckt und die Sender ermutigt in HDTV zu investieren", sagte SES-Vorstandschef Romain Bausch gegenüber dem "Handelsblatt". Im ersten Jahr soll die Nutzung noch umsonst sein, um die Nachfrage anzukurbeln. Die ersten Set-Top-Boxen für HD+ sollen im Herbst in den Handel kommen. Wie hoch die Gebühren konkret ausfallen werden, sagte Bausch nicht. Experten rechnen mit einer Nutzungsgebühr von etwa 4,50 Euro im Monat. Die Details zu der neuen Plattform will SES Astra auf der Interantionalen Funkausstellung IFA Anfang September in Berlin vorstellen.

Die Pläne für eine monatliche Empfangsgebühr sind nicht ohne Brisanz. Bereits vor rund drei Jahren hatte Astra versucht, die Satellitenplattform Entavio für die grundverschlüsselte Verbreitung von TV-Sendern zu etablieren. Die Pläne scheiterten aber am Widerstand des Bundeskartellamtes. Die Privatsender haben ein Interesse an der verschlüsselten Ausstrahlung ihrer Programme, um das Signal besser schützen zu können. Zudem würde eine zusätzliche Erlösquelle die Sender unabhängiger vom stark schwankenden Werbegeschäft machen. Verbraucherschützer sehen die Verschlüsselung von frei empfangbaren Programmen dagegen kritisch. dh
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