Rupert Murdoch plant weitere Zukäufe

Montag, 20. Oktober 2008
Rupert Murdoch hält Ausschau nach Schnäppchen
Rupert Murdoch hält Ausschau nach Schnäppchen

Der australische Medienmogul Rupert Murdoch will die Bankenkrise und die damit einhergehenden finanziellen Schwierigkeiten von Medienunternehmen für weitere Zukäufe nutzen. "Wir haben circa 5 Milliarden US-Dollar in unserer Kriegskasse", sagte der Chef des Firmenimperiums News Corp auf der Jahreshauptversammlung des Konzerns. "Dieses Kapital verleiht uns in dieser unsicheren Zeit Stabilität und darüber hinaus auch die nötige Flexibilität, um weltweit günstige Kaufgelegenheiten wahrnehmen zu können, die unsere Wettbewerber möglicherweise derzeit nicht stemmen können", so Murdoch.

Ein mögliches Übernahmeziel wäre Premiere. Der Münchner Pay-TV-Sender, an dem News Corp bereits 25,1 Prozent der Anteile hält, steht nach der drastisch nach unten korriogierten Kundenzahl und einer Gewinnwarnung derzeit kräftig unter Druck. Allein für die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga, die die DFL bis Ende Oktober neu vergeben will, muss Premiere tief in die Tasche greifen. Eine stärkeres Engagement von Murdoch könnte dem Unternehmen im Bieterkampf den Rücken stärken.

News Corp selbst sieht sich gegen die Auswirkungen der Finanzkrise gut gerüstet. Murdoch zufolge ist die durchschnittliche Fälligkeit der Schulden auf 22 Jahre verlängert worden. Der konzern hatte für das Ende Juni abgelaufene Geschäftsjahr 2008 bei einem Umsatz von 33 Milliarden US-Dollar einen Nettogewinn von knapp 5,4 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Andere Medienunternehmen wie Viacom und CBS hatten jüngst erklärt, dass der schwache Anzeigenmarkt den Unternehmensgewinn belasten werde. mas
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