Rupert Murdoch muss erneut frisches Kapital in Sky pumpen

Dienstag, 03. August 2010
Der Pay-TV-Betreiber braucht erneut eine Finanzspritze
Der Pay-TV-Betreiber braucht erneut eine Finanzspritze

Der chronisch defizitäre Pay-TV-Anbieter Sky braucht erneut eine kräftige Finanzspritze. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen über verschiedene Finanzierungsmaßnahmen mindestens 340 Millionen Euro frisches Kapital in die Kassen fließen. Das Geld soll vor allem in die Erschließung neuer Wachstumsfelder gesteckt werden. Für das Gesamtjahr erwartet Sky erneut rote Zahlen. Das frische Kapital soll Sky unter anderem durch ein Gesellschafterdarlehen des Mehrheitseigners News Corp. oder eine Wandelanleihe zufließen. Zudem ist die Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital geplant, die ebenfalls News Corp. zeichnen wird. Der Anteil des Medienkonzerns an Sky wird dadurch auf 49,9 Prozent steigen.

Das frische Kapital soll einerseits zur "Stärkung der Finanzsituation" des klammen Bezahlsenders dienen, andererseits in "Wachtumsfelder" investiert werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau des HD-Angebots. Hier sieht Sky offenbar das größte Wachtumspotenzial. Der Anteil der HD-Kunden habe sich im vergangenen Jahr auf knapp 15 Prozent nahezu verdoppelt. Am 13. August starten mit Sky Sport HD 2, Sky Action HD und Sky Cinema Hits HD drei neue hochauflösende Kanäle.

Auf der technischen Ebene sucht der Anbieter durch die Einführung eines speziell auf Sky abgestimmten Festplattenrekorders (Sky+) den Anschluss an die stärker werdende Konkurrenz der Deutschen Telekom mit ihrem Angebot Entertain. Der neue Festplattenrekorder ermöglicht unter anderem zeitversetztes Fernsehen. Sky erhofft sich durch Sky+ unter anderem einen höheren Umsatz pro Kunde. Außerdem soll die Produktpalette und der Vertrieb weiter ausgebaut und der Kundeservice verbessert werden.

Das größte Problem von Sky bleibt das langsame Kundenwachstum. So ist die Zahl der Abonnenten im 2. Quartal netto um lediglich 6000 Kunden gestiegen und liegt aktuell bei 2,467 Millionen. Zu wenig, um profitabel zu arbeiten. Nach Angaben des ehemaligen Sky-Chefs Marc Williams braucht der Anbieter mindestens 2,8 bis 3 Millionen Kunden, um profitabel zu sein. Immerhin ist die Kündigungsquote zuletzt gesunken und der Umsatz pro Kunde gestiegen. 

Dennoch steckt Sky weiter tief in den roten Zahlen: Bei einem Umsatz von 236,1 Millionen Euro im 2. Quartal fährt das Unternehmen ein Minus von knapp 82 Millionen Euro ein. Das Ebitda liegt bei minus bei 47,4 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Sky ebenfalls mit einem negativen Ergebnis: Das Ebitda werde durch das langsamere Abonnentenwachstum und der zusätzlichen Investitionen deutlich niedriger ausfallen als bisher angenommen. dh
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