Rundum-Relaunch des "Umag" überzeugt nicht ganz

Donnerstag, 18. Februar 2010
Seit heute am Kiosk: Das neue "Umag"
Seit heute am Kiosk: Das neue "Umag"

Am 18. Februar geht Verleger Uwe H. Bunk mit einem Relaunch der Zeitschrift "Umag" an den Start. Für die Komplettsanierung des Heftes hat sich Bunk eine Hand voll Partner ins Boot geholt. Das Layout hat der Verleger in die Hände der Kreativagentur Jung von Matt/Elbe gegeben. "Uns geht es darum, das Thema Lifestyle neu zu interpretieren. Wir verstehen uns nicht einfach als ein weiteres Medium zum Thema Popkultur, sondern als ein lebensweltlicher Kosmos aus Musik, Mode und Kunst", kommentiert Bunk das Konzept. Schade, dass das Magazin angesichts solch vollmundiger Ankündigungen zumindest optisch eher blutleer erscheint. Die gesamte Aufmachung des "Umag" ist trist und grau, was nicht zuletzt an dem neuen Papier liegt. Was die Blattmacher als "hochwertig" bezeichnen, sieht nämlich eher aus wie gut recyceltes Altpapier und fühlt sich ebenso an. Ob das die angepeilte "junge Zielgruppe anspricht, die im Printbereich nur noch wenig Angebote für sich findet" und "szenig, gebildet und aufgeschlossen" ist, bleibt abzuwarten.

Graulastig: Das Layout des neuen "Umag"
Graulastig: Das Layout des neuen "Umag"
Redaktionell wird das Heft seinem Anspruch, "Print für die Internetgeneration" zu bieten, hingegen durchaus gerecht. Die Texte sind kurz, griffig, interessant, der Aufbau thematisch logisch und ansprechend. Die aktuelle Ausgabe glänzt beispielsweise mit ihrer Titelstory. Diese besteht aus einem kurzen Interview mit den Blood Red Shoes, einem Rockduo aus Brighton, das frech mit einer Fotostrecke der beiden Rockröhren kombiniert wird. Außerdem leistet das Magazin den versprochenen Bezug zum Internet durch einen Beitrag, der Social Networks wie Facebook, Twitter und Co. problematisiert. Angereichert und personalisiert wird dieser Beitrag durch Statements von Internet-Usern.

Fazit: Würde der relaunchte Titel optisch frischer und positiver anmuten, hätte der Leser mehr Spaß an der redaktionell tadellosen Arbeit. So stehen die guten Artikel leider im Schatten des grauen Layouts.

Auch die Strukturen außerhalb des Magazins haben sich geändert. Die Vertriebsleitung übernimmt ab sofort Stella Distribution, der Anzeigenverkauf wird durch den Vermarkter MFM Martin Fischer Medien und dessen Partnerrepräsentanzen in den einzelnen Nielsengebieten gestärkt. Diese Neuerungen wirken sich auch auf den Copypreis aus, der um stolze 80 Cent von 2,50 auf 3,30 Euro steigt. Die 1/1-Anzeigenseite im "Umag" kostet hingegen weiterhin 8.900 Euro. Das Magazin erscheint zehnmal jährlich mit einer Auflagenstärke von rund 50.000 Exemplaren. hor
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