Roland Tichy zur Affäre Wulff: "Haben zu viel gerichtet und zu wenig berichtet"

Freitag, 20. Januar 2012
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"Wir haben uns als Branche im Umgang mit der Affäre Christian Wulff nicht mit Ruhm bekleckert", kritisiert Roland Tichy, Chefredakteur der "Wirtschaftswoche" im Interview mit HORIZONT TV den Umgang der Medien mit der Causa Wulff. Auch auf dem Gipfel der Chefredakteure beim Deutschen Medienkongress von HORIZONT übte man sich in Selbstkritik. "Was in den letzten Wochen passiert ist, war schon wahnsinnig selbstreferentiell", sagte zum Beispiel Steffen Klusmann, Chefredakteur der "Financial Times Deutschland" bei der Podiumsdiskussion. "Die Medien haben zu viel gerichtet und zu wenig berichtet", so das Urteil von Wiwo-Chef Roland Tichy. Es gebe einen Trend zum Kampagnenjournalismus, der durch die Konzentration der politischen Medien in Berlin verstärkt werde. "Diese mediale Gleichschaltung stört mich sehr. Wir brauchen wieder mehr Pluralität in der Medienlandschaft."

Im Interview mit HORIZONT TV nimmt der Chefredakteur außerdem Stellung zur Rolle der "Bild"-Zeitung, dem Medienkosmos in Berlin und den Versäumnissen des Bundespräsidenten. dh
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