Rettungsversuch: Time Warner will AOL umbauen

Donnerstag, 11. Dezember 2003

Das Medienunternehmen Time Warner plant einen radikalen Umbau von AOL. Gegenüber der "Financial Times Deutschland" bestätigt Vorstandschef Richard Parsons entsprechende Pläne. Demzufolge soll AOL zum Pay-TV des Internets umgebaut und zum Vertriebskanal für TV-Sendungen und Filme werden. Bislang verdient AOL vor allem an den Gebühren für den Internetzugang.

Mit der Funktionsänderung wäre der Abstieg des Internetdiensts vom Vorzeigekandidat der New Economy zur reinen Vertriebsabteilung perfekt. Auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie hatte AOL 2001 den Mediengiganten übernommen. Danach zerschlugen sich jedoch die Hoffnungen auf weiter wachsende Web-Umsätze; AOL kämpft mit sinkenden Kundenzahlen seines Einwahldiensts.

Um sich als Premiumangebot im Internet zu etablieren, müsse AOL anfangs Inhalte wie Nachrichten, Wettdienste oder Musik einkaufen, sagte Parsons. "Kleine, exklusive Extrazusätze" müssten dieses Bündel ergänzen - genauso wie beim US-Bezahlsender HBO, einer Time-Warner-Tochter. Auch HBO kaufe die meisten Inhalte ein. nr
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