Relaunch: "Essen & Trinken" verändert redaktionelle Rezeptur

Dienstag, 15. September 2009
Die neue "Essen & Trinken"
Die neue "Essen & Trinken"

Es ist angerichtet: Mit der Oktober-Ausgabe, die am Mittwoch dieser Woche erscheint, zeigt sich das Monatsmagazin "Essen & Trinken" (Gruner + Jahr) mit neuen Zutaten und im veränderten Gewand. Durch matteres Cover-Papier, aufwändigere Foto-Arrangements, neue Typografie inklusive einem dezenten Einsatz von Schreibschriften soll das Heft hochwertiger, entspannter und sinnlicher serviert werden. Damit will Chefredakteurin Katja Burghardt mehr "Lust auf kulinarische Lebensart" wecken. Denn, so betont sie: "Essen & Trinken" sei kein reines Rezepte-Magazin, sondern wolle "inspirieren und sinnlichen Genuss vermitteln". Außerdem hat Burghardt die Heftrubriken neu tranchiert: Statt "Essen", "Trinken" und "Magazin" gibt es künftig "Jetzt", "Zuhause" und "Unterwegs". Im "Jetzt"-Ressort möchte sie schneller auf aktuelle, jahreszeitliche Food-Trends reagieren, als dies in den - wegen der saisonalen Zutaten oft ein Jahr im Voraus produzierten - Rezeptstrecken möglich ist. Speis' und Trank wird im "Zuhause"-Heftteil kredenzt und künftig mehr mit Getränke-, Einkaufs-, Dekorations- und Zusatztipps garniert. Zudem gibt es mehr Warenkunde und nutzwertige Tribute an den Alltag, etwa einzelne schnelle und praktische Rezepte. Ziel sei es, das Heft "zeitgemäßer" aufzustellen und es ans "Lebensumfeld der Leser anzupassen", sagt Burghardt.

Im Ressort "Unterwegs" will "Essen & Trinken", 1972 von Verlegertochter Angelika Jahr gegründet, dem Genuss außerhalb der eigenen vier Wände nachgehen, quasi als kulinarischer Reiseführer - und dabei auch die Menschen hinter den Kochtöpfen präsentieren. Überhaupt sollen bei den Rezepten und Reportagen mehr Menschen auftauchen, sowohl Redakteure mit persönlichen Tipps, als auch Koch-Prominente, die ihre Heimat kulinarisch vorstellen.

Trotz aller neuen Zutaten: Der Copypreis (4 Euro) soll nicht erhöht werden. Vielmehr will Verlagsleiter Alexander Schwerin den Auflagenschwund nicht nur stoppen, sondern die Verkäufe sogar erhöhen. Im 2. Quartal 2009 rutschten diese mit nur noch 165.109 Heften auf den tiefsten Stand seit über 30 Jahren. Die Reichweite liegt je nach Studie bei 1 Million (MA 2009 II) oder gar 2,97 Millionen (AWA 2009) Lesern. Das Anzeigengeschäft, das bei „Essen & Trinken" rund die Hälfte der Erlöse bringt, kocht derzeit nicht gerade über: Das 20-Prozent-Plus von 2008 werde man in diesem allgemeinen Krisenjahr wohl wieder verlieren und auf dem Stand von 2007 landen, schätzt Schwerin. Zum Relaunch spendiert er dem Titel eine Werbekampagne in G+J-Magazinen mit einem Mediawert von 500.000 Euro (Agentur: Young & Rubicam, Frankfurt). rp
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