Relaunch: Alexander Steudel macht "Fit for fun" Beine

Donnerstag, 13. Oktober 2011
Die neue "Fit for Fun" liegt ab sofort am Kiosk
Die neue "Fit for Fun" liegt ab sofort am Kiosk

Viel Zeit hat sich Alexander Steudel, seit August Chefredakteur der Zeitschrift "Fit for fun", nicht gelassen. Mit der diese Woche erschienenen November-Ausgabe zeigt sich das Heft komplett überarbeitet. Steudels Ziel: Leser halten und neue dazugewinnen. Und das tut not, denn in den vergangenen fünf Jahren ist die Auflage um fast ein Drittel auf 167.985 verkaufte Exemplare im 2. Quartal 2011 gesunken. Steudel, der zuvor Chefredakteur von "Sport Bild" war, will die redaktionelle Qualität der Zeitschrift herausarbeiten. Und das gelingt ihm in der ersten Ausgabe im neuen Look auch gut. Er hat nicht ein bisschen herumgebastelt, sondern das Heft einem sichtbaren Relaunch unterzogen. Die Veränderungen fangen gleich beim Titelbild an. Kein Bikini-Mädchen mehr vor blauem Himmel und Meer, sondern eine sympathische Dunkelblonde im sexy Sportoutfit vor der bröckeligen Wand eines Boxstudios. Im Gegensatz zu ihren Titelbild-Vorgängerinnen sieht sie damit nicht nur gut aus, sondern vermittelt auch den Kern des Heftes: Sport zu treiben, um fit zu sein.

Für Steudel ist die Marke "Fit for fun" denn auch die große Stärke des Heftes, entsprechend lehnen sich die Rubrizierungen nun an den Titel an. Statt der bisherigen Rubriken "Fitness & Sport", "Food & Body" und "Relax & Style" heißt es "Fit for Trends", "Fit for Style", "Fit for Body", "Fit for Travel", "Fit for Love" und "Fit for Food". Allein die Einstiegsrubrik "Warm up" hat ihren Namen behalten, stellt den Lesern aber nun auch eine Frage ("Wie motivierst Du Dich zum Sport?") statt Sportstyles zu zeigen. Die "Big Shots" - großflächige Bilder - bleiben.

Die folgende Rubrik "Fit for Trends" verstärkt mit ihren Häppchen den leichten Einstieg ins Heft. Steudel hat die Latte dabei jedoch höher gelegt. Auch jeder noch so kleine Beitrag soll einen Mehrwert bieten und klar herausarbeiten, warum die Redaktion ihn auf die Seiten hebt. Das gelingt auch in fast allen Fällen.

Chefredakteur Alexander Steudel
Chefredakteur Alexander Steudel
Echte Pflöcke einschlagen will Steudel mit der Titelgeschichte. Der Chefredakteur, der den langjährigen Blattmacher Willy Loderhose abgelöst hat, will inhaltlich weg von Texten, die nicht viel mehr sind, als längere Bildunterschriften. Die Titelgeschichte "Fitness 3.0" schafft das auch. Es gibt 16 Tipps, aber auf den 12 redaktionellen Seiten zum Thema auch einen langen Fließtext.

In "Fit for Style" geht es um die Mode. Dort darf Fußballer Mario Gomez erzählen, welche Rolle Mode und Style in der Kabine des FC Bayern München spielt und er gibt noch ein paar gute Tips für die Fitness. "Fit for Style" bringt eine Modestrecke, die in den Bergen fotografiert ist. Die Modestrecken werden nun wieder selbst produziert. Das kostet zwar Geld, soll jedoch dabei helfen, "Fit for fun" ein eigenes Gesicht zu geben. Der Versuch gelingt. Das Pärchen vor Alpenpanorama kommt authentisch rüber - so wie es das Heft für sich in Anspruch nimmt.

Das Kernressort "Fit for Body" bietet mehrere große Geschichten, zum Beispiel eine Reportage über den Surfer Sebastian Steudtner und die üblichen Fitnesstipps, allerdings fotografiert im heimischen Wohnzimer, für das sie auch gedacht sind. Die wichtigte Geschichte, der Laufschuh-Test, kommt ebenfalls mit mehr Text daher, als der reinen Vergleichstabelle. Auch hier spielt das Fachwissen der Redaktion eine große Rolle. "Fit for travel" und "Fit for Love", bieten dagegen die kleinteilige Aufbereitung. Es gibt die "5 Top City-Trips" und "Die 25 wichtigsten Fragen zum Thema Sex".

"Fit for Food" schließt das Heft ab. Die Bildsprache ist - wie in der Vergangeheit - überzeugend. Die Redaktion leistet sich eine eigene Versuchsküche, die Redakteure entwickeln und fotografieren die Gerichte selbst. Die Qualität in diesem Bereich ist spürbar.

Fazit: Insgesamt macht Steudel mit "Fit for fun" einen überzeugenden Aufschlag. Das Heft macht wieder Lust zu lesen, und nicht nur zum schnellen Blättern. Die optische Anmutung ist modern und entspricht dem Zeitgeist. pap
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